III. Kapitel: Der Glaube

 

In der Buße wendet sich der Sünder von der Sünde ab - im Glauben wendet er sich Gott zu. Echte Bekehrung geschieht nur dort, wo beide Elemente (Buße und Glaube) vorkommen. Ausschließlich die Antwort auf die Frage, ob der Sünder an Christus glaubt oder nicht, entscheidet über sein Heil.

Hebr 11,6 "Aber ohne Glauben ist's unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muß glauben, daß er ist und daß er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt."

Nur durch den Glauben ist es möglich, ein positives (= bejahendes) Verhältnis zu Gott zu haben.

 

1. Die Definition des Glaubens

In Hebr 11 finden wir die Definition des Glaubens:

Hebr 11,1 "Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht."

 

ANREGUNGEN:

Mt 8,11 "Als das Jesus hörte, wunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch: Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden!
Mt 15,28 "Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter wurde gesund zu derselben Stunde."

 

Der hebräische Begriff, den wir mit "glauben" übersetzen, sowie die ursprüngliche Bedeutung des griechischen Wortes pisteuo (=> glauben) enthält die Bedeutung "vertrauen" oder auch "sich verlassen auf".

Abraham, der Vater der Gläubigen, "glaubte" - und dies wird im NT an drei entscheidenden Stellen angeführt:

1.Mose 15,6 "Abram glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit." (1.mal "glauben"!)
Röm 4,3-5 "Denn was sagt die Schrift? 'Abraham hat Gott geglaubt, und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden.' Dem aber, der mit Werken umgeht, wird der Lohn nicht aus Gnade zugerechnet, sondern aus Pflicht. Dem aber, der nicht mit Werken umgeht, glaubt aber an den, der die Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit."
Gal 3,6-7 "So war es mit Abraham: 'Er hat Gott geglaubt, und es ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden'. Erkennt also: die aus dem Glauben sind, das sind Abrahams Kinder."
Jak 2,21-23 "Ist nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerecht geworden, als er seinen Sohn Isaak auf dem Altar opferte? Da siehst du, daß der Glaube zusammengewirkt hat mit seinen Werken, und durch die Werke ist der Glaube vollkommen geworden. So ist die Schrift erfüllt, die da spricht: 'Abraham hat Gott geglaubt, und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden', und er wurde 'ein Freund Gottes' genannt."

Das Wort des Herrn, auf das sich der AT-Gläubige verließ, wurde in Bethlehem Fleisch. So heißt "glauben" im NT: "sich auf die Person Jesu Christi und Sein vollendetes Werk verlassen". Daher ist Glaube kein abstrakter Begriff im Rahmen religionsphilosophischer Überlegungen, sondern eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus.

Der Glaube ist somit nicht ein blindes Annehmen von vagen Angeboten. Er baut auf das sicherste Fundament, nämlich auf die Person, das Werk und das Wort Jesu Christi. Damit vertraut der Glaube dem allmächtigen Sohn Gottes.

2.Tim 1,12 "Aus diesem Grund leide ich dies alles; aber ich schäme mich dessen nicht; denn ich weiß, an wen ich glaube, und bin gewiß, er kann mir bewahren, was mir anvertraut ist, bis an jenen Tag."

 

Umfassend könnte man Glaube wie folgt definieren:
Glaube ist die von Gott durch Sein Wort gewirkte Überzeugung und das gehorsame Vertrauen auf das in der Person und dem Werk Jesu Christi geschehene, gnädige Heilshandeln Gottes.

Der Glaube legt die Hand auf das vollendete Werk Jesu Christi und eignet es sich persönlich an.

Diesen Akt finden wir mit verschiedenen Bildern beschrieben - besonders im Johannes-Evangelium:

Joh 1,12 "Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben,"
Joh 4,14 "wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt."
Joh 6,37 "Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen."
Joh 6,54 "Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken."
Joh 8,12 "Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben."
Joh 10,9 "Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden."
Offb 3,20 "Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir."

 

ANREGUNG:

 

2. Der Ursprung des Glaubens

Die völlige Verderbtheit des gefallenen Menschen schließt jede aktive Beteiligung des Menschen an seinem Heil aus. So wie die Buße von Gott gewirkt ist, ist auch der Glaube ein Werk des dreieinigen Gottes.

Eph 2,8-9 "Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme."

 

a) gewirkt von Gott

Joh 6,29 "Jesus antwortete ihnen und sprach zu ihnen: Das ist Gottes Werk, daß ihr an den glaubt, den er gesandt hat."
Röm 12,3 "Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, daß niemand mehr von sich halte, als sich's gebührt zu halten, sondern daß er maßvoll von sich halte, ein jeder, wie Gott das Maß des Glaubens ausgeteilt hat."
Kol 2,12 "Mit ihm seid ihr begraben worden durch die Taufe; mit ihm seid ihr auch auferstanden durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten."

 

b) gewirkt von Jesus Christus

Hebr 12,2 "und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande geringachtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes."

 

c) gewirkt vom Heiligen Geist

Es ist der Heilige Geist, der uns vom Unglauben überführt. Wer an seinem Unglauben festhält, widersteht dem Wirken des Heiligen Geistes - und verharrt so in der Sünde.

Joh 16,8-9 "Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht; über die Sünde: daß sie nicht an mich glauben;"

 

d) positive Antwort des Menschen an den dreieinigen Gott

Glaube ist die positive Reaktion des Menschen der Aktion Gottes gegenüber. Der Glaube muß also aus dem Willen des Menschen kommen. Denken oder Fühlen allein kann nie Glaube sein!

Wohl geht dem Glauben ein Kennen, Wissen, z.T. auch eine gewisse Erkenntnis voraus. Nur Erkanntes kann ich wollen. Wenn das aber alles ist, sprechen wir von einem "Kopfglauben". Solchen Glauben finden wir auch bei den Dämonen:

Jak 2,19 "Du glaubst, daß nur einer Gott ist? Du tust recht daran; die Teufel glauben's auch und zittern."

aber:

Röm 10,10 "Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet."

Auch ein bloßer "Bejahungsglaube" genügt nicht! Dem Wissen und Bejahen muß ein echter "Herzensglaube" folgen. Ich muß mit der ganzen Persönlichkeit glauben - glauben wollen.

Jak 2,17 "So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber."

Es gibt für den Glauben eine göttliche Seite und ein menschliche Seite:

ANREGUNG:

Ps 14,1 "Die Toren sprechen in ihrem Herzen: 'Es ist kein Gott'"

 

3. Die Wirkung des Glaubens

 

a) Glaube führt in den Besitz der geistlichen Güter

Hebr 6,12 "damit ihr nicht träge werdet, sondern Nachfolger derer, die durch den Glauben und Geduld die Verheißungen ererben."
Apg 15,9 "und er hat keinen Unterschied gemacht zwischen uns und ihnen, nachdem er ihre Herzen gereinigt hatte durch den Glauben."
Apg 26,18 "um ihnen die Augen aufzutun, daß sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott. So werden sie Vergebung der Sünden empfangen und das Erbteil samt denen, die geheiligt sind durch den Glauben."
Röm 5,2 "durch ihn haben wir den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird."
Gal 3,2 "Das allein will ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist empfangen durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben?"
Gal 3,26 "Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus."
Gal 5,6 "Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist."
Eph 3,17 "daß Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne und ihr in der Liebe eingewurzelt und gegründet seid."
Eph 6,16 "Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen,"
Phil 3,9 "und in ihm gefunden werde, daß ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott durch den Glauben zugerechnet wird."
1.Petr 1,5 "die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit."
1.Joh 5,4 "Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat."
Hebr 11,33-34 "Diese haben durch den Glauben Königreiche bezwungen, Gerechtigkeit geübt, Verheißungen erlangt, Löwen den Rachen gestopft, des Feuers Kraft ausgelöscht, sind der Schärfe des Schwerts entronnen, aus der Schwachheit zu Kräften gekommen, sind stark geworden im Kampf und haben fremde Heere in die Flucht geschlagen,"

"Wer glaubt, der hat!"

Auch hier können wir wieder das Johannes-Evangelium mit seinen vielfältigen Beschreibungen heranziehen:

Joh 1,12 "Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben,"
Joh 3,16 "Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben."
Joh 3,18 "Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes."
Joh 4,14 "wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt."
Joh 7,38 "Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen."
Joh 8,12 "Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben."
Joh 10,9 "Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden."

 

ANREGUNG:

Das Buch Josua illustriert Glauben. Zwei Prinzipien aus Josua. Prüfen sie:

 

b) Glaube führt zur Gewißheit

Hebr 11,1 "Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht."
Röm 4,21 "und wußte aufs allergewisseste: was Gott verheißt, das kann er auch tun."

Der Glaube kann gewisse, sichere Tritte tun.

Ps 40,2-3 "Er zog mich aus der grausigen Grube, aus lauter Schmutz und Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels, daß ich sicher treten kann."

 

ILLUSTRATION:

 

c) Glaube führt zu guten Werken

Eph 2,10 "Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, daß wir darin wandeln sollen."
Jak 2,14-26 Glaube ohne Werke ist tot!

 

ANREGUNG:

Gal 2,20 "Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben."
2.Tim 4,7 "Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten;"