V. Kapitel:
Der Tod Jesu Christi und seine Bedeutung

In den folgenden Kapiteln behandeln wir den Tod, die
Auferstehung und die Erhöhung Jesu Christi. In diesen drei
Abschnitten wird besonders deutlich, daß die Lehre vom Heiland
(Christologie) nicht von der Lehre vom Heil (Soteriologie) zu
trennen ist. Studieren wir den Tod Christi, so müssen wir
gleichzeitig nach seiner Bedeutung für uns fragen.
1. Allgemeines
zum Tod Jesu Christi

a) Biblisches
Verständnis

Der Tod Jesu Christi ist gemeinsam mit der Auferstehung die
Heilstatsache, auf der unser Glaube ruht. Er steht im Mittelpunkt
des Heilsplanes Gottes. Dieser zentrale Stellenwert wird in
mancherlei Hinsicht deutlich:
- Der Tod Jesu Christi ist im AT vorgezeichnet. Wie
ein roter Faden zieht er sich durch die
gesamte Offenbarung des AT.
| 1.Mose 3,15 |
"Und ich will Feindschaft setzen
zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinen Nachkommen
und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten,
und du wirst ihn in die Ferse stechen." |
Das Passa (2.Mose 12), alle Opfer und viele Prophetien
sprechen vom Tod Jesu Christi.
| Luk 24,25-27 |
"Und er sprach zu ihnen: O ihr
Toren, zu trägen Herzens, all dem zu glauben, was die
Propheten geredet haben! Mußte nicht Christus dies
erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen? Und er fing
an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was
in der ganzen Schrift von ihm gesagt war." |
- Der Tod Jesu Christi ist das Hauptthema des NT. Er
ist Höhepunkt der Evangelienberichte und nimmt in ihnen
auch den größten Raum ein (ca. 20%). Die
Apostelgeschichte und die Briefe nehmen häufig Bezug auf
das Kreuz Christi. Mehr als 175x ist der Tod Jesu Christi
im NT erwähnt.
- Der Tod Jesu Christi ist der Hauptzweck Seiner
Fleischwerdung.
| Hebr 9,26b |
"..., ist er ein für allemal
erschienen, durch sein eigenes Opfer die
Sünde aufzuheben." |
| Hebr 2,14-15 |
"Weil nun die Kinder von Fleisch und
Blut sind, hat auch er's gleichermaßen angenommen, damit
er durch seinen Tod die Macht nähme
dem, der Gewalt über den Tod hatte, nämlich dem Teufel,
und erlöste, die durch Furcht vor dem Tod im ganzen
Leben Knechte sein mußten." |
| Mk 10,45 |
"Denn auch der Menschensohn ist
nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß
er diene und sein Leben gebe als
Lösegeld für viele." |
- Der Tod Jesu Christi ist die Grundlage des
Evangeliums. Die "Frohe Botschaft"
lautet: Jesus Christus starb für mich, damit ich leben
kann.
| 1.Kor 15,1+3b |
"Ich erinnere euch aber, liebe
Brüder, an das Evangelium, das ich euch
verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem
ihr auch fest steht, [...] Daß Christus gestorben ist
für unsere Sünden nach der Schrift;" |
- Der Tod Jesu Christi ist notwendig für unsere
Erlösung.
| Joh 3,14-15 |
"Und wie Mose in der Wüste die
Schlange erhöht hat, so muß der
Menschensohn erhöht werden, damit alle, die an ihn
glauben, das ewige Leben haben." |
| Joh 12,24 |
"Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:
Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt,
bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt
es viel Frucht." |
Es gibt keine Erlösten - keine Frucht - ohne den Tod Jesu
Christi! Vergebung für den Sünder ist nur möglich, weil
Christus durch Seinen Tod die Schuld bezahlte (Röm 3,25-26).
- Der Tod Jesu Christi ist Gegenstand des
Interesses im Himmel.
jetzt:
| Lk 9,30-31 |
"Und siehe, zwei Männer redeten mit
ihm; das waren Mose und Elia. Sie erschienen verklärt
und redeten von seinem Ende, das er in
Jerusalem erfüllen sollte." |
einst:
| Offb 5,8-9 |
"Und als es das Buch nahm, da fielen
die vier Gestalten und die vierundzwanzig Ältesten
nieder vor dem Lamm, und ein jeder hatte eine Harfe und
goldene Schalen voll Räucherwerk, das sind die Gebete
der Heiligen, und sie sangen ein neues Lied: Du bist
würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel;
denn du bist geschlachtet und
hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen
Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen" |
ANREGUNG:
- Der Tod Jesu Christi ist die wesentliche Grundlage des
Christentums. Andere Religionen basieren auf dem Leben
ihrer Gründer, das Christentum auf dem Tod des Sohnes
Gottes. In der modernen Theologie verlagert sich die
Betonung vom Tod auf das Leben Jesu (Leben wie Er!
Glauben wie Er!).
b) Verschiedene
menschliche Heilsverständnisse

Zu allen Zeiten haben sich Menschen verschiedene Vorstellungen
gemacht, wie ihr Heil auszusehen hat. Wir nennen nur einige:
- Schon die Pharisäer lehnten das Heil in
Jesus Christus ab - ihrer Meinung nach brauchten sie Ihn
nicht. Sie glaubten sich durch das Halten der
Gebote (einschließlich der eigenen Zusätze)
gerecht vor Gott.
| Lk 18,11-12 |
"Der Pharisäer stand für sich und
betete so: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie
die anderen Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder
auch wie die Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und
gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme." |
- Die Sadduzäer waren anderer Meinung als
die Pharisäer.
| Apg 23,8 |
"Denn die Sadduzäer sagen, es gebe
keine Auferstehung noch Engel und Geister; die Pharisäer
aber lehren beides." |
Aber auch sie konnten mit einem Heiland, wie er sich in
Jesus Christus offenbarte, nichts anfangen. Da für sie kein
Jenseits existiert (vgl. auch Mt 22,23), wollten sie einen
ausschließlich religiös-politischen
Messias. Ähnliches wollten auch die Zeloten, die ihr Heil in
der Befreiung aus römischer Fremdherrschaft sahen.
- Die Entwicklung der römischen Staatskirche (der
katholischen Kirche) führte zum Werden einer Heilsanstalt.
Nun verwaltete die Kirche das Heil (die Gnade).
Die unerschöpflichen Gnadenschätze der Kirche setzen
sich aus den Verdiensten Christi, Marias und aller
Heiligen zusammen. Weil nur die katholische Kirche diese
Schätze verwaltet und sie im Vollzug des Sakramentes
vermittelt, kann es außerhalb dieser Kirche
kein Heil geben. Wir wissen jedoch, daß das Heil keine
Substanz, sondern eine Person, Jesus Christus, ist.
- Leider hat sich auch in der Kirche der
Reformation ein gewisser Sakramentalismus
gehalten. Luther übernahm die Kindertaufe der
katholischen Kirche. Und noch heute spiegelt der häufige
Satz "Aber ich bin doch getauft..." ein völlig
falsches Heilsverständnis wieder.
- In der der Reformation folgenden Zeit (der
Orthodoxie) finden wir einen bloßen Bejahungsglauben.
Das reine Fürwahrhalten rechtgläubiger Lehre
sollte zum Heil führen.
- Für K. Barth und seine Schüler
(Neoorthodoxie) galt: "Christus ist der allein
Verworfene". Glaubenshingabe könne nicht retten,
denn in Christi universalem Erlösungswerk sei grundsätzlich
allen Menschen Gnade gewährt.
- Für die weitgestreute Schülerschaft Bultmanns (Neoliberalismus)
ist Jesus nur ein Mensch - nicht der Sohn
Gottes. Er starb für Seine Idee. Dieses Opfer ist aber
ohne Bedeutung für uns, da Gott ein solches Opfer gar
nicht gefordert hat. Gott ist kein Tyrann, der ein
Versöhnungsopfer fordert. Bultmann forderte die restlose
Entmythologisierung für unsere
Verkündigung.
- In der modernistischen Verkündigung gibt
es das Rettungswerk Christi nicht mehr. Die Notwendigkeit
der Errettung, die ewige Verdammnis oder das ewige Heil
werden nicht mehr gepredigt. Nun geht die ganze Energie
in den Einsatz für das Diesseitige. Humanismus, soziales
Engagement und Umweltschutz stehen im Vordergrund. Nun
wird ein horizontales Evangelium gepredigt.
Aus der christlichen Diakonie (die dem Menschen letztlich
das Heil in Jesus Christus zeigen will) wird eine rein
gesellschaftliche Diakonie. In diesem Zusammenhang ist
auch das ökumenische Heilsverständnis zu
nennen. Aus biblischer Evangelisation wurde Dialog und
Einsatz für den Minderprivilegierten. Heil wird in
vielen Ländern (vor allem in Latein- und Südamerika) in
der Überwindung ungerechter Herrschafts- und
Besitzstrukturen gesehen ("Befreiungstheologie").
Die modernistische Auffassung schlägt in vielen
Richtungen zu Buche - so gehört auch die feministische
Theologie in diese Kategorie.
- Als letztes wollen wir noch die Selbsterlösung als
Heilsverständnis von New Age nennen.
Aus einer Mischung evolutionärer Gedanken und den
Selbsterlösungsreligionen des fernen Ostens entsteht das
"neue Bewußtsein".
Wir verurteilen alle angesprochenen Heilsverständnisse. Sie
alle trennen das Heil (soteria) vom Heiland (soter) Jesus
Christus. Wenden wir uns nun dem biblischen Verständnis unseres
Heils zu.
ANREGUNG:
- Oft wird "Heil" - als zu statisch empfunden -
mit "Rettung" übersetzt. Rettung ist ein
dynamischer Begriff. Hier werden Kräfte mobilisiert
(Martinshorn usw.). Wir wollen uns aber im klaren
darüber sein, daß Heil umfassender ist als Rettung. Im
Heil ist "Heilung" als Wiederherstellung
eingeschlossen, was Rettung vermissen läßt.
2. Der Tod
Jesu Christi: Stellvertretung

a) Sündlosigkeit Jesu
Christi

In verschiedenen Zusammenhängen haben wir bereits die
Sündlosigkeit Jesu Christi erwähnt. Sie ist für unser Heil
notwendig. Hätte Christus gesündigt, so hätte Sein Tod
keinerlei Bedeutung für uns. Unter Seiner Sündlosigkeit
verstehen wir die Tatsache, daß Christus niemals etwas tat, was gegen
die Heiligkeit Gottes verstoßen hätte. Dies umfaßt
natürlich auch das genaue Einhalten des mosaischen Gesetzes,
unter welchem Er lebte. Im Studium der menschlichen Natur Jesu
Christi sahen wir bereits, daß Er auch den Einschränkungen des
Menschen, wie etwa Hunger und Müdigkeit, Durst und Schmerzen
unterworfen war. Doch war Er vor Gott gerecht - durch die
Erfüllung des Gesetzes.
Nachdem Er schon vor Seiner Geburt als "heilig"
angekündigt worden war (Lk 1,35), lebte Er heilig. Niemand
konnte Ihm eine Sünde nachweisen.
| Joh 8,29+46 |
"Und der mich gesandt hat, ist mit
mir. Er läßt mich nicht allein; denn ich tue
allezeit, was ihm gefällt. [...] Wer von euch
kann mich einer Sünde zeihen? Wenn ich aber die Wahrheit
sage, warum glaubt ihr mir nicht?" |
| Joh 15,10 |
"Wenn ihr meine Gebote haltet, so
bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters
Gebote halte und bleibe in seiner Liebe." |
| Mt 26, 59-60a |
"Die Hohenpriester aber und der
ganze Hohe Rat suchten falsches Zeugnis gegen Jesus, daß
sie ihn töteten. Und obwohl viele falsche Zeugen
herzutraten, fanden sie doch nichts." |
Unmittelbar vor Seinem Tod wird Seine Schuldlosigkeit 11x
bestätigt (von Judas, mehrmals von Pilatus, seiner Frau,
Herodes, dem römischen Hauptmann und dem Verbrecher am Kreuz).
Auch haben wir keinen Bericht, daß Jesus Christus auch nur
einmal ein Sündopfer dargebracht hat, obwohl wir häufig lesen,
daß Er im Tempel war. Er brauchte nicht zu opfern, denn Er war
ohne Schuld vor Gott.
Auch in den Briefen der inspirierten Schreiber des NT finden
wir klare Aussagen über Christi Sündlosigkeit:
| 2.Kor 5,21 |
"Denn er hat den, der von
keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde
gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die
vor Gott gilt." |
| 1.Petr 2,22 |
"er, der keine Sünde getan hat
und in dessen Mund sich kein Betrug fand;"
|
| 1.Joh 3,5 |
"Und ihr wißt, daß er erschienen
ist, damit er die Sünden wegnehme, und in ihm
ist keine Sünde." |
| Hebr 7,26-27a |
"Denn einen solchen Hohenpriester
mußten wir auch haben, der heilig, unschuldig,
unbefleckt, von den Sündern geschieden und
höher ist als der Himmel. Er hat es nicht nötig, wie
jene Hohenpriester, täglich zuerst für die eigenen
Sünden Opfer darzubringen" |
| Hebr 4,15 |
"Denn wir haben nicht einen
Hohenpriester, der nicht könnte mitleiden mit unserer
Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie
wir, doch ohne Sünde." |
Jesus Christus ist in allem versucht worden, was auch uns
heute begegnet. Sicherlich stand Er nicht vor der Versuchung,
z.B. das Fernsehgerät zu mißbrauchen - doch waren die
Grundmuster der Versuchung die gleichen. Die Formen der einzelnen
Versuchungen waren sicherlich verschieden, doch war ihr Prinzip
gleich.
| Hebr 4,16 |
"Darum laßt uns hinzutreten mit
Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir
Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit,
wenn wir Hilfe nötig haben." |
Doch ist es nicht nur das Vorbild und der Trost, den wir im
sündlosen Leben Jesu Christi finden. Nur ein unbeflecktes Opfer
konnte zu unserem Schuldopfer werden:
| 1.Petr 1,19 |
"sondern mit dem teuren Blut Christi
als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes." |
b) Stellvertretung

Stellvertretender Tod ist Tod, der von jemand für jemand
ertragen wird. Stellvertretung erfordert daher die Befreiung
dessen, an dessen Statt der Tod erduldet wird.
Stellvertretender Tod ist uns aus dem AT gut bekannt. In
2.Mose 12 stirbt entweder der Erstgeborene oder ein Lamm. In
3.Mose 1-5 finden wir die Identifikation mit dem Opfertier, das
an des Menschen Statt getötet wird. Am großen Versöhnungstag
(3.Mose 16) findet sich das gleiche Grundmuster der
Stellvertretung.
Jesus Christus ist unser Stellvertreter:
| Jes 53,4-5 |
"Fürwahr, er trug unsre Krankheit
und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn
für den, der geplagt und von Gott geschlagen und
gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat
willen verwundet und um unsrer Sünde
willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm,
auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind
wir geheilt." |
| 2.Kor 5,21 |
"Denn er hat den, der von keiner
Sünde wußte, für uns zur Sünde
gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die
vor Gott gilt." |
Beachten wir, daß die deutsche Übersetzung "für"
die verwandte griechische Präposition nur teilweise wiedergibt.
Deutlicher wird es mit der Übersetzung "anstelle
von".
| Gal 3,13 |
"Christus aber hat uns erlöst von
dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch wurde für
uns; denn es steht geschrieben: 'Verflucht ist
jeder, da am Holze hängt.'" |
| 1.Petr 3,18 |
"Denn auch Christus hat einmal für
die Sünden gelitten, der Gerechte für die
Ungerechten, damit er euch zu Gott führte, und
ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach
dem Geist." |
Nur wenn meine Schuld Christus zugerechnet wird, kann auch
Seine Gerechtigkeit mir angerechnet werden.
Die Bedeutung der Stellvertretung geht aber noch weiter: wir
haben kein Recht mehr an unser eigenes Leben.
| 2.Kor 5,14-15 |
"Denn die Liebe Gottes drängt uns,
zumal wir überzeugt sind, daß, wenn einer für
alle gestorben ist, so sind sie alle
gestorben. Und er ist darum für alle gestorben,
damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst
leben, sondern dem, der für sie gestorben und
auferstanden ist." |
| 1.Petr 2,24 |
"der unsre Sünde selbst
hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit
wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit
leben. Durch seine Wunden seid ihr heil
geworden." |
3. Der Tod
Jesu Christi: Versöhnung

Versöhnen ist das Zusammenbringen zweier Parteien,
die uneins sind. Ihr Verhältnis wechselt von
Feindschaft zu Frieden und Harmonie.
Seit dem Sündenfall steht die Menschheit unter dem Zorn
Gottes. Unsere Lage könnte gar nicht ernster sein. Wir sind von
Natur aus Feinde Gottes!
| Joh 3,36 |
"Wer an den Sohn glaubt, der hat das
ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der
wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn
Gottes bleibt über ihm." |
Die Sünde steht zwischen dem Menschen und Gott.
| Jes 59,2 |
"sondern eure Verschuldungen
scheiden euch von eurem Gott, und eure Sünden verbergen
sein Angesicht vor euch, daß ihr nicht gehört
werdet." |
In Christus ist uns die Sünde vergeben. Wir dürfen uns ohne
Angst vor Seinem gerechten Zorn Gott nahen. In Christi Tod sind
wir mit Gott versöhnt:
| Röm 5,9-10 |
"Um wieviel mehr werden wir nun
durch ihn bewahrt werden vor dem Zorn, nachdem
wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind! Denn
wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den
Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um
wieviel mehr werden wir selig werden durch sein Leben,
nachdem wir nun versöhnt sind." |
Nicht der Mensch hat sich mit Gott versöhnt, sondern die
alleinige Initiative ging von Gott aus. Wir haben lediglich die
Versöhnung empfangen. Der Grundgedanke jeder heidnischen
Religion ist: Der Mensch versöhnt sich mit Gott. Die biblische
Botschaft lautet: "Gott versöhnt den Menschen mit
sich selbst." Nur Gott versöhnt - nicht der Mensch
(der wird versöhnt). "Versöhnen" wird nur in Bezug
auf Gott aktiv gebraucht, im Bezug auf den Menschen nur passiv!
| Röm 5,11 |
"Nicht allein aber das, sondern wir
rühmen uns auch Gottes durch unseren Herrn Jesus
Christus, durch den wir jetzt die Versöhnung empfangen
haben." |
| 2.Kor 5,19 |
"Denn Gott war in Christus und versöhnte
die Welt mit sich selbst und rechnete ihnen ihre
Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort
von der Versöhnung." |
Die durch Christi Tod geschaffene Versöhnung genügt, um
alles und jeden mit Gott zu versöhnen. Jeder kann Frieden mit
Gott erhalten.
| Kol 1,20 |
"und er durch ihn alles mit
sich versöhnte, es sei auf Erden oder im
Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am
Kreuz." |
Dies bedeutet jedoch nicht, daß automatisch jeder versöhnt
ist. Zur objektiven Tatsache des
Versöhnungswerkes Christi muß noch die subjektive
Annahme dieser Versöhnung durch den Menschen kommen.
Alles ist mit Gott versöhnt - aber nicht "alles" nimmt
diese Versöhnung an:
| 2.Kor 5,20 |
"So sind wir nun Botschafter an
Christi Statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir
nun an Christi Statt: Laßt euch versöhnen mit
Gott!" |
ANREGUNG:
- In der Allversöhnungslehre (=
Universalismus) spielt die subjektive Annahme der durch
Christus erwirkten Versöhnung keine Rolle mehr. Nach
dieser Irrlehre wird jeder Mensch früher oder später
mit Gott versöhnt. Dies widerspricht dem Zeugnis der
Heiligen Schrift!
| 2.Thess 1,8-9 |
"in Feuerflammen, Vergeltung zu
üben an denen, die Gott nicht kennen und die nicht
gehorsam sind dem Evangelium unseres Herrn Jesus. Die
werden Strafe erleiden, das ewige Verderben, vom
Angesicht des Herrn her und von seiner herrlichen
Macht." |
4. Der Tod
Jesu Christi: Erlösung

Erlösung ist die Befreiung durch Los- und Ankauf. Erlösung
hat folglich zwei Seiten: den "Loskauf" und den
"Ankauf", die Befreiung von etwas und
die Befreiung zu etwas.
| Tit 2,14 |
"der sich selbst für uns gegeben
hat, damit er uns erlöste von aller
Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum
Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken." |
| 1.Thess 1,9 |
"Denn sie selbst berichten von uns,
welchen Eingang wir bei euch gefunden haben und wie ihr
euch bekehrt habt zu Gott von den Abgöttern, zu
dienen dem lebendigen und wahren Gott." |
Dieser Herrschaftswechsel wurde erkauft. Das Lösegeld
war das Blut unseres Herrn.
| 1.Petr 1,18-19 |
"denn ihr wißt, daß ihr nicht mit
vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid
von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern
mit dem teuren Blut Christi als eines
unschuldigen und unbefleckten Lammes." |
| Offb 5,9 |
"und sie sangen ein neues Lied: Du
bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine
Siegel, denn du bist geschlachtet und hast mit
deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen
Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen" |
| Mk 10,45 |
"Denn auch der Menschensohn ist
nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß
er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für
viele." |
| Eph 1,7 |
"In ihm haben wir die Erlösung
durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach
dem Reichtum seiner Gnade." |
Die Erlösung in Jesus Christus ist vollkommen. Sie
umfaßt alle Gebiete unseres Lebens, auch das des Leibes.
| Röm 8,23 |
"Nicht allein aber sie, sondern auch
wir selbst, die wir den Geist als Erstlingsgabe haben,
seufzen in uns selbst und sehnen uns nach der Kindschaft,
der Erlösung unseres Leibes." |
Die vollkommene Erlösung wird erst in der Zukunft offenbar
werden. Sie ist da, aber solange wir im Fleisch leben, noch nicht
sichtbar. Als Pfand haben wir den Heiligen Geist:
| Eph 1,14 |
"welcher ist das Unterpfand unsres
Erbes, zu unsrer Erlösung, daß wir sein Eigentum
würden zum Lob seiner Herrlichkeit." |
Durch das Blut Jesu Christi sind wir erlöst
| Gal 3,13 |
"Christus aber hat uns erlöst von
dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch wurde für uns;
denn es steht geschrieben: 'Verflucht ist jeder, der am
Holze hängt.'" |
- von den Forderungen des Gesetzes
| Gal 4,5 |
"damit er die, die unter dem Gesetz
waren, erlöste, damit wir die Kindschaft
empfingen." |
| 1.Kor 15,56 |
"Der Stachel des Todes aber ist die
Sünde, die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz." |
| Röm 7,14 |
"Denn wir wissen, daß das Gesetz
geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde
verkauft." |
| Röm 6,14 |
"Denn die Sünde wird nicht
herrschen können über euch, weil ihr ja nicht unter dem
Gesetz seid, sondern unter der Gnade." |
| Hebr 2,14-15 |
"Weil nun die Kinder von Fleisch und
Blut sind, hat auch er's gleichermaßen angenommen, damit
er durch seinen Tod die Macht nähme dem, der Gewalt
über den Tod hatte, nämlich dem Teufel, und die
erlöste, die durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben
Knechte sein mußten." |
| Kol 1,13 |
"Er hat uns errettet von der Macht
der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines
lieben Sohnes." |
Durch die Erlösung sind wir befreit von allen Bindungen!
Zusammenfassend können wir sagen, daß wir erlöst sind
- von der Schuld der Sünde (durch das
Gesetz entstanden)
- von der Macht der Sünde
- aber noch nicht von der Gegenwart der Sünde. Satan
ist besiegt - aber noch am Werk.
ANREGUNGEN:
Mehr als 450 Stellen sprechen vom Blut Jesu
Christi - also ein wichtiges Thema der Heiligen Schrift (vgl.
1.Petr 1,19).
| 1.Joh 5,7+8 |
"Denn drei sind, die das bezeugen:
der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei
stimmen überein." |
| Mt 26,28 |
"das ist mein Blut des Bundes, das
vergossen wird für viele zur Vergebung der
Sünden." |
| Hebr 13,20 |
"Der Gott des Friedens aber, der den
großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den
Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen
Bundes," |
| Eph 1,7 |
"In ihm haben wir die Erlösung
durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem
Reichtum seiner Gnade." |
| Hebr 9,12 |
"Er ist auch nicht durch das Blut
von Böcken oder Kälbern, sondern durch sein eigenes
Blut ein für allemal in das Heiligtum eingegangen und
hat eine ewige Erlösung erworben." |
- Mittel zur Sündenvergebung
| Hebr 9,14+22 |
"um wieviel mehr wird dann das Blut
Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den
ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen
reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen
Gott! [...] Und es wird fast alles mit Blut gereinigt
nach dem Gesetz, und ohne Blutvergießen geschieht keine
Vergebung." |
| 1.Joh 1,7 |
"Wenn wir aber im Licht wandeln, wie
er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander,
und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von
aller Sünde." |
| Röm 5,9 |
"Um wieviel mehr werden wir nun
durch ihn bewahrt werden vor dem Zorn, nachdem wir jetzt
durch sein Blut gerecht geworden sind!" |
| Eph 2,13 |
"Jetzt aber in Christus Jesus seid
ihr, die ihr einst ferne wart, nahe geworden durch das
Blut Christi." |
| Hebr 10,19 |
"Weil wir denn nun, liebe Brüder,
durch das Blut Jesu die Freiheit haben zum Eingang in das
Heiligtum," |
| Kol 1,20 |
"und er durch ihn alles mit sich
versöhnte, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er
Frieden machte durch sein Blut am Kreuz." |
- erkauft zum Eigentum Gottes
| Apg 20,28 |
"So habt nun acht auf euch selbst
und auf die ganze Herde, in der euch der heilige Geist
eingesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde
Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben
hat." |
| Offb 5,9b |
"... und hast mit deinem Blut
Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und
Sprachen und Völkern und Nationen" |
- Grundlage der Gemeinschaft mit Gott und
Gläubigen
| Joh 6,56 |
"Wer mein Fleisch ißt und mein Blut
trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm." |
| 1.Kor 10,16 |
"Der gesegnete Kelch, den wir
segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes
Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die
Gemeinschaft des Leibes Christi?" |
| Hebr 13,12 |
"Darum hat auch Jesus, damit er das
Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen
vor dem Tor." |
| Offb 12,11 |
"Und sie haben ihn überwunden durch
des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses und
haben ihr Leben nicht geliebt, bis hin zum Tod." |
- ewiges Thema der Anbetung der Erlösten im Himmel
| Offb 5,9b+10 |
"und hast mit deinem Blut Menschen
für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und
Völkern und Nationen und hast sie unserm Gott zu
Königen und Priestern gemacht, und sie werden herrschen
auf Erden." |