V. Kapitel: Inspiration der Bibel

In den folgenden Abschnitten wollen wir der Frage nachgehen, ob die Bibel einzigartig göttlich inspiriert ist oder mit anderen Werken der Weltliteratur auf einer Stufe steht. Wird sie durch die Art und Weise der Inspiration völlig zuverlässig, oder beinhaltet sie "Irrtümer"? Auch andere Religionen behaupten eine göttliche Inspiration ihrer Schriften (so z.B.: der Islam oder die Mormonen). Allerdings besteht zwischen solchen Ansprüchen und dem Inspirationsverständnis der Bibel ein großer Unterschied. Das Studium der Inspiration soll nicht nur diese Unterschiede aufzeigen, sondern auch unser Verständnis der biblischen Lehre von der Inspiration erweitern und vertiefen.

 

1. Der Anspruch der Bibel

Vor die Untersuchung einiger zentraler Stellen zum Thema Inspiration stellen wir den Vers aus

Joh 7,17 "Wenn jemand dessen Willen tun will, wird er innewerden, ob diese Lehre von Gott ist oder ob ich von mir selbst aus rede."

Im Gespräch mit Menschen dürfen wir die Erfahrbarkeit und die Kraft des Wortes Gottes weitergeben. Der göttliche Ursprung der Bibel ist jedoch nicht nur erfahrbar, sondern er wird vom Wort Gottes ausdrücklich gelehrt.

 

a) 2.Tim 3,16

2.Tim 3,16 "Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit."

In die deutsche Übersetzung dieses Verses muß ein "ist" eingefügt werden. Aber wo? Die Elberfelder Bibelübersetzung übersetzt: "Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre,...". Es wird deutlich, daß "von Gott eingegeben" mit "nützlich" gleichrangig ist. Am deutlichsten wird uns das, wenn wir zweimal "ist" einfügen: "Alle Schrift ist von Gott eingegeben und ist nützlich zur Lehre,...".

Meistens, wenn im NT der Begriff "Schrift" gebraucht wird, bezieht er sich auf das AT (Lk 4,21; 24,45; Joh 10,35). Aber auch für die bereits geschriebenen Bücher des NT wird dieser Begriff benutzt. So zitiert Paulus in 1.Tim 5,18 nach der Einleitung "Denn die Schrift sagt:" einen Vers aus Lukas (10,7), und Petrus setzt die Briefe des Apostel Paulus mit den Schriften des AT gleich (2.Petr 3,16).

Unser Wort "Inspiration" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet: "Eingebung" ("eingeben" oder auch "einhauchen"). Da es in der Bibel so nicht vorkommt, und immer die Bedeutung von "in etwas hineinhauchen" trägt, ist sein Gebrauch nicht allzu glücklich. Paulus benutzt hier "von Gott eingegeben", griechisch "theopneustos", was mehr die Idee des "von Gott aushauchen" beinhaltet. Alle Schrift ist von Gott ausgehaucht. Sie ist ein göttliches Produkt. Der Vers beschreibt jedoch nicht den Vorgang, wie Gott wirkte. Er erhebt lediglich den Anspruch, daß Gott wirkte.

Wir lernen aus 2.Tim 3,16: die gesamte Bibel kommt von Gott!

 

b) 2.Petr 1,20-21

2.Petr 1,20-21 "... daß keine Weissagung in der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben von dem heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet."

Während es in 2.Tim 3,16 um das geschriebene Wort geht, erfahren wir hier mehr über den Autoren und seine Schreiber. Inspiration geschah nicht durch oder unter dem Willen des Menschen. Sie waren - "getrieben" vom Heiligen Geist - Sprachrohre Gottes. Dieser Vers bezeugt die alleinige Initiative Gottes bei der Inspiration. Der Wille des Menschen und damit die Möglichkeit des Irrtums blieb ausgeschlossen.

Wir stellen außerdem fest, daß die Bibel nicht vom Himmel fiel, sondern daß Gott Menschen gebrauchte, die Seine Offenbarung in ihrer Sprache festhielten.

Wir lernen aus 2.Petr 1,20-21: Gott gebrauchte menschliche Schreiber!

 

c) 1.Kor 2,13

1.Kor 2,13 "Und davon reden wir auch nicht mit Worten, wie sie menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten , die der Geist lehrt, und deuten geistliche Dinge für geistliche Menschen."

Es war nicht nur der Gedanke, die Idee oder die Vorstellung, die den inspirierten Schreibern der biblischen Bücher von Gott eingegeben wurde. Selbst die einzelnen Worte wurden vom Heiligen Geist "gelehrt". Wir haben es nicht mit einem normalen Buch der Literatur zu tun, das nach den Gesetzen der Literatur verstanden werden kann. Nur der Heilige Geist kann uns den Zugang zum Inhalt und der Botschaft der Bibel erschließen:

1.Kor 2,14 "Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muß geistlich beurteilt werden."

Wir lernen aus 1.Kor 2,13: Gott wachte über jedem einzelnen Wort der Bibel!

 

2. Die Definition der Inspiration

Unter der völligen Inspiration verstehen wir:

daß die Originalmanuskripte der Bibel von Männern, die unter der Führung und Kontrolle des Geistes Gottes, der sich ihrer Individualität und Begabung bediente, so geschrieben wurden, daß als Ergebnis eine bis in jedes Wort vollkommene und irrtumslose Offenbarung Gottes den Menschen gegeben wurde.

Dabei wollen wir betonen, daß sich diese Definition nur auf die Orginalhandschriften (Autographen) beziehen kann.

 

3. Der Vorgang der Inspiration

Über die Art und Weise der Inspiration wissen wir wenig. Gott hielt es nicht für notwendig, unsere Neugierde auf diesem Gebiet zu befriedigen. Wir können über das Wunder der Inspiration staunen und unseren Gott darüber anbeten, aber wir können es mit unserem begrenzten Verstand nicht fassen.

Machen wir uns bewußt: aus dem zeitlosen Raum der Ewigkeit offenbart sich der allwissende und allmächtige Gott Seiner in Sünde gefallenen, mit völliger Blindheit geschlagenen Schöpfung. Wir Menschen haben keinerlei natürliche "Antenne" für das Reden Gottes. Aber das Wunder geschieht: Gott redet zu uns.

Hebr 1,1-2a "Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn, ..."

In diesen Versen des Hebräerbriefes finden wir den Vorgang der göttlichen Inspiration dargestellt. Er umfaßt drei Akte:

Der Empfang und die Weitergabe, bzw. Niederschrift des Wortes Gottes geschah unter der Führung des Heiligen Geistes:

2.Petr 1,21 "Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben von dem Heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet."

Schematisch läßt sich der Vorgang der Inspiration nach Hebr 1,1 folgendermaßen darstellen:

Vorgang der Inspiration

Das, was Gott uns zu diesem Thema offenbart hat, wollen wir im folgenden untersuchen. Wir beginnen bei dem direkten Empfänger göttlicher Offenbarung: dem Propheten.

 

a) Prophetenamt

Zwei Verse geben die Aufgabe und das Wesen eines Propheten wieder:

2.Mose 4,15-16 "Du sollst zu ihm reden und die Worte in seinen Mund legen. Und ich will mit deinem und seinem Munde sein und euch lehren, was ihr tun sollt. Und er soll für dich zum Volk reden; er soll dein Mund sein, und du sollst für ihn Gott sein."
5.Mose 18,18 "Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern und meine Worte in seinen Mund geben; der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde."

Ein Prophet ist jemand, der Gottes Wort empfängt und weitergibt.

Dabei wurden nicht alle Propheten beauftragt, die empfangenen Worte niederzuschreiben.

Alle Schreiber der Bibel sind Propheten,

aber nicht alle Propheten haben geschrieben.

Das Wort "Prophet" meint also nicht notwendigerweise einen, der die Zukunft voraussagt, sondern einen, der das empfangene Wort Gottes, gleichgültig ob die Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft betreffend, weitersagt.

Von einigen Propheten lesen wir, daß Gott sie ausdrücklich zum Propheten berufen hatte (so z.B.: Samuel und Hesekiel).

 

ANREGUNGEN:

 

Neben den echten Propheten (Empfang und Weitergabe der Worte Gottes) gab es zu jeder Zeit ungehorsame Propheten (Empfang, aber keine Weitergabe der Worte Gottes) und falsche Propheten (ohne die Worte Gottes empfangen zu haben, geben sie eigene Gedanken als angebliche Gottesoffenbarung weiter).

Jer 14,14 "Aber der Herr sprach zu mir: Diese Propheten weissagen Lüge in meinem Namen; ich habe sie nicht gesandt und ihnen nichts befohlen und nicht zu ihnen geredet. Sie predigen euch falsche Offenbarungen, nichtige Wahrsagung und ihres Herzens Trug."
Hes 13,2-3 "Du Menschenkind, weissage gegen die Propheten Israels, und sprich zu denen, die aus eigenem Antrieb heraus weissagen: 'Höret des Herrn Wort!': So spricht Gott der Herr: Weh den törichten Propheten, die ihrem eigenen Geist folgen und haben doch keine Gesichte!"

Wie anders hingegen die echten Propheten! (vgl. 2.Petr 1,21)

Nicht nur zur Zeit des AT mußten sich die echten von den falschen Propheten abgrenzen (siehe auch: Jer 23,16+26; 29,9), auch im NT finden wir solche Verse:

2.Petr 2,1 "Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch sein werden falsche Lehrer, die verderbliche Irrlehren einführen und verleugnen den Herrn, der sie erkauft hat; die werden über sich selbst herbeiführen ein schnelles Verderben."
1.Joh 4,1 "Ihr Lieben, glaubt nicht einem jeden Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt."
2Kor 11,13-15 "Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter und verstellen sich als Apostel Christi. Und das ist auch kein Wunder; denn er selbst, der Satan, verstellt sich als Engel des Lichts. Darum ist es nichts Großes, wenn sich auch seine Diener verstellen als Diener der Gerechtigkeit; deren Ende wird sein nach ihren Werken."

 

echter, ungehorsamer und falscher Prophet

 

b) Methode

Nachdem wir die Person, die die Offenbarung Gottes empfing, betrachtet haben, wenden wir uns der Art und Weise der Inspiration zu.

Hebr 1,1 "Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten,"

Gott hat in Seinem Reden zu den Menschen die unterschiedlichsten Methoden benutzt:

Traum

Schrift

Gesicht/Vision

Worte/Stimme

Engel

Tier

Verzückung

Theophanie

1.Mose 28,12-15; 41

2.Mose 31,18; Dan 5,5

Sach 2,5; Amos 7

1.Sam 3; Mk 9,7

Dan 10,12; Lk 1,26

4.Mose 22,28

2.Kor 12,2-4; Offb 1,10

Ri 6,12; Joh 1,14; Hebr 1,2

Nur der geringste Teil biblischer Offenbarung ist mit der obigen Aufzählung diverser Methoden Gottes abgedeckt. Der weitaus größere Teil besteht aus dem Wirken des Heiligen Geistes bei der Abfassung der verschiedenen Bücher. Hier können wir den Vorgang nicht mehr beschreiben, ja, ein jeder Versuch einer Beschreibung birgt die Gefahr in sich, ein falsches Inspirationsverständnis zu lehren (siehe Kapitel VI Unsere Stellung zur Bibel: 1. Unsere Stellung zur Inspiration der Bibel).

Zu dem Wunder der Inspiration gehört auch die Umwandlung (Transformation) des geredeten Wortes Gottes in gesprochenes oder geschriebenes Menschenwort. In Hebr 1,1-2 bezeichnet die Heilige Schrift diesen Vorgang mit "durch". Wie wir wiederholt gesehen haben, stand dieses "durch" unter der Führung und Kontrolle des Heiligen Geistes (2.Petr 1,21). Obwohl menschliche Schreiber die Bibel schrieben, also vollkommenes Menschenwort, ist sie zugleich die vollkommene Offenbarung Gottes - Gottes Wort und Menschenwort in einem.

Das gleiche Wunder finden wir in der Fleischwerdung Christi: vollkommen Gott und vollkommen Mensch. Vergleichen wir das fleischgewordene und das schriftgewordene Wort Gottes.

 

Jesus Christus
  • nahm Knechtsgestalt an
    (Phil 2,7)
  • vollkommen,ohne Sünde (Hebr 4,15)
  • Brot des Lebens (Joh 6,35)
  • wer an ihn glaubt, hat ewiges Leben
    (Joh 3,16)
Heilige Schrift
  • Gottes Wort wurde menschliches Wort (Hebr 1,1)
  • Gottes Wort ist vollkommen (Ps 19,8)
  • Das Wort ist Speise (Mt 4,4; Jer 15,16)
  • Gottes Wort ist ein lebendiger Same (1.Petr 1,23)

 

Offb 19,13 "... und sein Name ist: Das Wort Gottes."

Jesus Christus und die Heilige Schrift können nicht voneinander getrennt werden. Das eine ohne das andere hätte keine Bedeutung für uns. Ohne das schriftgewordene Wort Gottes wüßten wir nichts von dem fleischgewordenen Wort Gottes. Ohne das fleischgewordene Wort wäre die Heilige Schrift inhaltsleer und rätselhaft.

Das Wunder der Inspiration ist, wie auch das Wunder der Inkarnation, für uns rational nicht faßbar - nur für den Glauben zugänglich.

Gott wählte das "Buch" als Mittel, um Seine Offenbarung dem Menschen zu übermitteln. Er bediente sich der Eigenart der verschiedenen Schreiber. Sein Heiliger Geist wirkte in diesen Schreibern, aber so, daß sich der göttliche und menschliche Verfasser nicht gegenseitig aufhoben, sondern in jedem Wort gleichzeitig vorhanden sind. Die Bibel ist Gotteswort und daher unfehlbar und autoritativ in allem, was sie aussagt - doch diese Aussage geschieht in menschlichen Worten.

Schlagen wir die Heilige Schrift auf, so lesen wir die Worte von Menschen, die in ihrer Eigenart schrieben. Gott hebt die Persönlichkeitsstruktur Seiner Schreiber nicht auf, sondern Er benutzt sie. Er war es, der die Schreiber "auswählte" und "vorbereitete", Seine Propheten zu sein. Er war es, der ihren Wortschatz vorbereitete, und dann durch Seinen Geist die Wortwahl beim Schreiben führte und kontrollierte. Wort für Wort entstand so - innerhalb des Wortschatzes und Sprachstils des Schreibers - Gottes Offenbarung.

1.Kor 2,13 "Und davon reden wir auch nicht mit Worten, wie sie menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten , die der Geist lehrt, und deuten geistliche Dinge für geistliche Menschen."
2.Sam 23,2 "Der Geist des Herrn hat durch mich geredet, und sein Wort ist auf meiner Zunge."

Gerade durch die Verschiedenartigkeit der Schreiber besitzen wir einen unermeßlichen Reichtum in den verschieden Büchern:

Alle diese Männer haben, getrieben vom Heiligen Geist, im Namen Gottes geredet und uns Gottes Offenbarung weitergegeben.

 

4. Das Zeugnis über die Inspiration

An die völlige, göttliche Inspiration der Bibel zu glauben, ist schon durch äußere Gründe nahegelegt, so z.B.:

Aber es sind vor allem die inneren Gründe, das innere Zeugnis der Heiligen Schrift,welche die Inspiration überwältigend deutlich belegen.

 

a) AT

(1) das innere Zeugnis des AT

Das AT bezeugt: Gott hat geredet! Über 3800mal kommen im AT gleichbedeutende Ausdrücke vor, die das Reden Gottes anzeigen.

Auf den ersten Seiten der Bibel, im ersten Kapitel des AT, wird uns nicht nur dieSchöpfung bezeugt - sondern auch der redende Gott:

1.Mose 1,3+6+9+11+14+20+22+24+26+28+29 "und Gott sprach"

Welch ein Beginn der Gottesoffenbarung!

Gott sprach auch direkt zu Menschen, z.B. in 2.Mose 3,4+7+12+14+15 zu Mose. (3.Mose ist fast alles direkte Rede Gottes, eingeleitet durch: "Gott sprach:".)

Auch die Propheten sind voll von diesem Zeugnis (Jes 1,2+11+18+24 Jer 1,2+4+7+9+11+12+13+14). Allein im Buch des Propheten Jeremia finden wir 500mal Ausdrücke, die das Reden Gottes anzeigen! Unser Gott schweigt nicht: Er redet im AT!

Es gehörte zum Willen Gottes, daß diese Worte aufgeschrieben wurden. Ja, Er selbst schrieb:

2.Mose 31,18 "Und als der Herr mit Mose zu Ende geredet hatte auf dem Berge Sinai, gab er ihm die Tafeln des Gesetzes; die waren aus Stein und beschrieben von dem Finger Gottes."

In 2.Mose 32,16 und 34,1 wird diese Tatsache nochmals betont.

Dies war jedoch eine Ausnahme. Normalerweise benutzte Gott menschliche Schreiber zur Aufzeichnung Seines Wortes. Sein Ziel war es, Seine Worte im Gedächtnis der Menschen zu halten, sie für immer und ewig zu erhalten und jedem die Möglichkeit zu geben, Seine Offenbarung zu erfahren:

2.Mose 17,14 "Und der Herr sprach zu Mose: Schreibe dies zum Gedächtnis in ein Buch und präge es Josua ein;..."
Jes 30,8 "So geh nun hin und schreib es vor ihnen nieder auf eine Tafel und zeichne es in ein Buch, daß es bleibe für immer und ewig."
Hab 2,2 "Der Herr aber antwortete mir und sprach: Schreib auf, was du gesehen hast, deutlich auf eine Tafel, daß es lesen könne, wer vorüberläuft!"
2.Mose 34,27 "Und der Herr sprach zu Mose: Schreib dir diese Worte auf; denn auf Grund dieser Worte habe ich mit dir und mit Israel einen Bund geschlossen."
Jer 30,2 "So spricht der Herr, der Gott Israels: Schreib dir alle Worte, die ich zu dir geredet habe, in ein Buch."
Jer 36,2 "Nimm eine Schriftrolle und schreibe darauf alle Worte, die ich zu dir geredet habe über Israel, über Juda und alle Völker von der Zeit an, da ich zu dir geredet habe, nämlich von der Zeit Josias an bis auf diesen Tag."

Nicht nur das Gesetz des Mose wurde bereits zur Zeit der Abfassung des AT als inspiriertes Wort Gottes akzeptiert (vgl. Ps 119), sondern auch die Propheten und die Geschichtsbücher:

Dan 9,2 "In diesem ersten Jahr seiner Herrschaft achtete ich, Daniel, in den Büchern auf die Zahl der Jahre, von denen der Herr geredet hatte zum Propheten Jeremia, daß nämlich Jerusalem siebzig Jahre wüst liegen würde."

Daniel bezieht sich hier auf die Rede Gottes in Jer 25,11-12; 29,10.

1.Kön 16,34 "Zur selben Zeit baute Hiel von Bethel Jericho wieder auf. Es kostete ihn seinen erstgeborenen Sohn Abiram, als er den Grund legte, und seinen jüngsten Sohn Segub, als er die Tore einsetzte, nach dem Wort des Herrn, das er geredet hat durch Josua, den Sohn Nuns."

Uns fällt in diesem Vers auf, daß hier ein "Wort Gottes" zitiert wird, das in Jos 6,26 nicht als von Gott gesprochen angezeigt wird. Für den Schreiber der Königebücher ist es keine Frage, daß Gott durch Josua spricht. Ähnlich auch das Verständnis Davids:

2.Sam 23,2 "Der Geist des Herrn hat durch mich geredet, und sein Wort ist auf meiner Zunge."

Wir finden im AT eine Fülle von Zeugnissen dafür, daß es sich um Gottes Wort handelt. Nicht nur das Gesetz, sondern auch die Geschichtsbücher, die Poesie (z.B. die Psalmen Davids) und nicht zuletzt die Propheten bezeugen: Gott hat geredet!

 

(2) das Zeugnis Jesu Christi über das AT

Wie verhält sich unser Herr Jesus in bezug auf das Alte Testament? In Ihm ist die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig (Kol 2,9), in Ihm sind verborgen alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis (Kol 2,3).

- Jesus Christus bezeugt: Gott hat geredet!

Mt 22,31 "Habt ihr denn nicht gelesen von der Auferstehung der Toten, was euch gesagt ist von Gott, der da spricht:"
Mt 22,43 "Da fragte er sie: Wie kann ihn dann David durch den Geist Herr nennen, wenn er sagt"

Das ganze AT, nicht nur die wörtlichen Reden Gottes, sind Gottes Wort! Unser Herr Jesus bezeugt dies in

Mt 19,4-5 "Er aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen: Der im Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau und sprach: 'Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen und die zwei werden ein Fleisch sein'?"

Der Herr Jesus gebraucht hier den Vers aus 1.Mose 2,24 und spricht direkt aus: dies hat Gott, der Schöpfer gesagt!

Anders als viele heutige Theologen läßt der Herr Jesus das AT als Gottes Wort stehen. Nirgends berichtigt Er das geschriebene Wort. Er greift gerade heute umstrittene Ereignisse, Personen und Wunder auf und beglaubigt dadurch das AT:

die Schöpfung des Menschen

Mord an Abel

Noah, die Arche, die Flut

die Erzväter

Sodom und Lot

Mose und seine Schriften

Jona und der Fisch

Mk 10,6

Mt 23,35

Mt 24,37-39

Mt 8,11; Joh 8,39

Mt 10,15; Lk 17,28-29

Joh 5,46

Mt 12,40

Offensichtlich betrachtet Jesus Christus das AT als historisch zuverlässig. Er geht sogar noch weiter: in Seinen Argumentationen verläßt Er sich auf jedes einzelne Wort. In Seinen Streitgesprächen verläßt Er sich auf die Richtigkeit einer

verbalen Zeitform

Pluralform

Pronominalform

Mt 22,32 (2.Mose 3,6)

Joh 10,35 (Ps 82,6)

Mt 22,44 (Ps 110,1 "meinem")

Nicht nur in Seinem Gebrauch der alttestamentlichen Bücher stellen wir dieses Vertrauen auf das Wort fest. Der Herr Jesus sagt:

Mt 5,18 "Denn wahrlich ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht."

In Joh 10,34 sehen wir, daß unser Herr mit dem Begriff "Gesetz" nicht nur das Gesetz des Mose meint:

Joh 10,34 "Jesus antwortete ihnen: Steht nicht geschrieben in eurem Gesetz: 'Ich habe gesagt ihr seid Götter?'" (Ps 82,6)

Jesus Christus hat nicht nur die göttliche Autorität des AT bezeugt, Er hat das AT auch als Gottes Wort für Sein persönliches Leben benutzt. Wir sehen dies besonders deutlich bei der Versuchung durch Satan (Mt 4). Der Herr Jesus gebraucht hier nicht Seine Autorität als Sohn Gottes, sondern ein mehrfaches "es steht geschrieben" mit einem entsprechenden Zitat aus dem 5. Buch Mose.

- Jesus Christus ist die Erfüllung des AT.

Mt 5,17 "Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen."
Lk 4,21 "Und er fing an, zu ihnen zu reden: Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren."

Die vielen Weissagungen des AT über Jesu erstes Kommen erfüllten sich. Er wußte, daß die Schrift von Ihm zeugt und daß sie in Seinem Leben, Sterben und Auferstehen erfüllt würde. Wie oft lesen wir in den Evangelien: "auf daß die Schrift erfüllt werde"! Auf dem Spaziergang mit den Emmausjüngern machte Er ihnen deutlich: es mußte so kommen, damit die ganze Schrift erfüllt wurde!

Lk 24,25-27 "Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben! Mußte nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen? Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war."

Einige Verse weiter, kurz vor Seiner Himmelfahrt, öffnete Er Seinen Jüngern das Verständnis für die Schrift:

Lk 24,44-45 "Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muß alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständnis, so daß sie die Schrift verstanden."

Dieses Verständnis fehlte den Juden zur Zeit Jesu. So sagte Er:

Joh 5, 37+39 "Und der Vater, der mich gesandt hat, hat von mir Zeugnis gegeben. [...] Ihr sucht in der Schrift, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie ist's, die von mir zeugt."
Joh 5,46 "Wenn ihr Mose glaubtet, so glaubtet ihr auch mir; denn er hat von mir geschrieben."

 

- Jesus Christus ist der Redende im AT

Joh 1,1+14 "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit."

Jesus Christus ist selbst das Wort - das fleischgewordene Wort Gottes. Er ist die einzige Offenbarung Gottes.

Joh 1,18 "Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat ihn uns verkündet."

Der Geist Christi war in den Schreibern des AT:

1.Petr 1,11 "und haben geforscht, auf welche und was für eine Zeit der Geist Christi deutete, der in ihnen war und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christus kommen sollten, und die Herrlichkeit danach."

Selbst die Schöpfung, die Gottes Größe und Macht offenbart, geschah durch Jesus Christus:

Joh 1,3 "Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist."

Jesus Christus offenbarte den Vater durch Erscheinungen und Handlungen (der Engel des Herrn und Jahwe), aber vor allem durch das Wort. Dieses Wort wurde dann im NT Fleisch.

Wir greifen zwei Beispiele auf, die uns den Herrn Jesus als den Redenden im AT aufzeigen:

Ps 40,8 "Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch ist von mir geschrieben"
Hebr 10,5+7 "Darum spricht er, wenn er in die Welt kommt: ' [...] Da sprach ich: Siehe, ich komme - im Buch steht von mir geschrieben -, daß ich tue, Gott, deinen Willen.'"

Als zweites Beispiel vergleichen wir Ps 22 mit den Aussprüchen unseres Herrn am Kreuz.

 

- Jesus Christus lehrt das AT

Nicht nur in der Synagoge lehrt der Herr Jesus aus dem AT (Lk 4,17-19), sondern auch Seinen Jüngern legt Er immer wieder das AT aus (so in Lk 24,27+44).

Jesus lehrt das AT, um sich selbst zu offenbaren. Man sagt, daß etwa der 10. Teil Seiner Worte im NT Zitate aus dem AT sind.

 

ANREGUNGEN:

Mt 22,29 "Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr weder die Schrift kennt noch die Kraft Gottes."

Habt ihr nicht gelesen? - ist mehrmals die erstaunte Frage (Mt 19,4; 21,42, 22,31). Augustin sagt dazu: "Die 'dunklen Stellen' in der Bibel kommen von den dunklen Stellen in unserem Herzen."

 

Aus diesen 4 Punkten - Verhältnis Jesu Christi zum AT - ergibt sich für uns: Ein echtes Studium des AT ist ein Studium über unseren Herrn und Heiland! Das AT anzuzweifeln oder zu kritisieren bedeutet, den Sohn Gottes selbst anzuzweifeln und zu kritisieren! Wer an den Herrn Jesus glaubt, der glaubt auch an das AT! Wer seinen Erlöser liebt, der liebt auch das AT!

 

(3) das Zeugnis der Apostel über das AT

Die Apostel, mit dem Heiligen Geist erfüllt, geben uns ein klares Zeugnis über das AT. Wie für den Sohn Gottes so ist auch für sie das AT Gottes Wort. Was die Schrift sagt, das sagt Gott. In ihrem Sprachgebrauch wird die Schrift personifiziert, indem "Schrift" und "Gott" identifiziert werden. Dies ist nur aufgrund der tiefen Überzeugung möglich, daß das Wort der Schrift das Wort Gottes ist.

Röm 9,17 "Denn die Schrift sagt zum Pharao:..."
Gal 3,8 "Die Schrift aber hat es vorausgesehen, daß Gott die Heiden durch den Glauben gerecht macht. Darum verkündigte sie dem Abraham:..."

In beiden Schriftstellen schließt sich direkte Rede Gottes an.

Matthäus ist geradezu ein Meister in der Anwendung des AT. Im Mt-Evangelium finden wir Zitate aus 27 verschiedenen Büchern des AT! Ein typischer Satz des Evangelisten Matthäus ist:

Mt 1,22 "... damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht:"

Allein in den ersten zwei Kapiteln dieses Evangeliums finden wir hiervon fünf Beispiele.

Johannes nennt zurückschauend die Worte unseres Herrn und das AT als Grundlage des Glaubens:

Joh 2,22 "Als er nun auferstanden war von den Toten, dachten seine Jünger daran, daß er dies gesagt hatte, und glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesagt hatte."

Er selbst zitiert, ähnlich wie Matthäus, aus dem AT: z.B.: in 12,14+38-39+41; 19,24+28+36-37.

Petrus tritt schon vor Pfingsten auf und zitiert aus dem AT:

Apg 1,16+20 "Ihr Männer und Brüder, es mußte das Wort der Schrift erfüllt werden, das der heilige Geist durch den Mund Davids vorausgesagt hat über Judas, der denen den Weg zeigte, die Jesus gefangennahmen, [...] denn es steht geschrieben im Psalmbuch:..."

Ungefähr die Hälfte seiner Pfingstpredigt besteht aus Zitaten aus dem AT (Apg 2), und auch in seinen Briefen legt er von der göttlichen Inspiration des AT Zeugnis ab:

1.Petr 1,11 "und haben geforscht, auf welche und was für eine Zeit der Geist Christi deutete, der in ihnen war und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christus kommen sollten, und die Herrlichkeit danach."
2.Petr 1,20-21 "... daß keine Weissagung in der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben von dem heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet."

Paulus Im NT finden wir ca. 290 Zitate aus dem AT. Davon entfallen allein auf die Briefe des Paulus 93 (ein nicht geringer Teil des Briefes an die Römer besteht aus AT-Zitaten; z.B. 1,2; 3,2+10+21 usw.)! Ausgebildet als Pharisäer war er im AT bestens zuhause und anerkannte den Anspruch des AT, göttlich inspiriertes Wort zu sein.

Apg 24,14 "Das bekenne ich dir aber, daß ich nach dem Weg, den sie eine Sekte nennen, dem Gott meiner Väter so diene, daß ich allem glaube, was geschrieben steht im Gesetz und in den Propheten."

Das AT ist die Grundlage seiner Lehre:

Apg 17,2-3 "Wie nun Paulus gewohnt war, ging er zu ihnen hinein und redete mit ihnen an drei Sabbaten von der Schrift, tat sie ihnen auf und legte ihnen dar, daß Christus leiden mußte und von den Toten auferstehen und daß dieser Jesus, den ich - so sprach er - euch verkündige, der Christus ist."
Apg 28,23-25 "... Da erklärte und bezeugte er ihnen das Reich Gottes und predigte ihnen von Jesus aus dem Gesetz des Mose und aus den Propheten vom frühen Morgen bis zum Abend. Die einen stimmten dem zu, was er sagte, die andern aber glaubten nicht. Sie waren aber untereinander uneins und gingen weg, als Paulus dies eine Wort gesagt: Mit Recht hat der Heilige Geist durch den Propheten Jesaja zu euren Vätern gesprochen:"
1.Kor 15,3-4 "...: Daß Christus gestorben ist für unsere Sünden nach der Schrift; und daß er begraben worden ist; und daß er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift;"

Wie wir bereits gesehen haben, finden wir in den Briefen des Paulus auch zwei der wichtigsten Stellen zum Thema Inspiration (s. Ausführungen zu 2.Tim 3,16 und 1.Kor 2,13).

Im Hebräerbrief, dessen menschlichen Verfasser wir nicht feststellen können, finden wir ein besonderes Zeugnis von der göttlichen Autorität des AT. Alle drei Personen der göttlichen Trinität werden in der Einführung zu AT - Zitaten als Sprecher genannt:

Hebr 1,5-8 Gott, der Vater
Hebr 2,12 Jesus Christus, der Sohn
Hebr 3,7 der Heilige Geist

 

b) NT

(1) das Zeugnis Jesu Christi über das NT

Nachdem der Sohn Gottes durch die Propheten des Alten Bundes gesprochen hatte, kam Er selbst in diese Welt, um uns den Vater zu offenbaren. Gott, der Vater, führt Ihn ein:

Lk 9,35 "Und es geschah eine Stimme aus der Wolke, die sprach: Dieser ist mein auserwählter Sohn; den sollt ihr hören!"

In Jesus Christus redet Gott. Wie wertvoll sind uns die Evangelien, in denen die Worte und Taten unseres Gottes, sichtbar geworden in dieser Welt, aufgezeichnet sind.

Seine Worte sind

- Gottes Worte! Nicht allein, weil Jesus Christus Gott ist, sondern auch weil Er als Gott-Sohn die Worte Gott-Vaters uns Menschen weitergab.

Joh 17,8 "Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen..."
Joh 17, 14 "Ich habe ihnen dein Wort gegeben,..."

 

- wahre Worte! Wie könnte es bei dem Sohn Gottes auch anders sein!

Joh 8,40 "Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit gesagt hat,..."
Joh 8,45-46 "Weil ich aber die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. Wer von euch kann mich einer Sünde zeihen? Wenn ich aber die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht?"

Er sagt nicht nur die Wahrheit - Er ist die Wahrheit!

Joh 14,6 "Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich."

- lebendige Worte! Sein Wort macht Kranke gesund und erweckt Tote zum Leben; Sein Wort vergibt Sünden und weist den Weg zum ewigen Leben!

Joh 6,63 "... Die Worte, die ich zu euch geredet habe, die sind Geist und Leben."
Joh 6,68 "Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens;"

 

- ewige Worte! Unser Herr kann von Seinem Wort sagen, was niemals ein Mensch von den seinen behaupten könnte, nämlich

Mt 24,35 "Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen."

 

Was sagt der Herr über das NT? Sagt Er (prophetisch) etwas über die Inspiration dieser Bücher, die doch erst nach Seiner Himmelfahrt abgefaßt wurden?

Ja, Er wies schon zu Seiner Erdenzeit auf den Heiligen Geist und dessen Aufgabe hin:

Joh 14,26 "Aber der Tröster, der heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe."
Joh 16,13-14 "Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinem wird er's nehmen und euch verkündigen."

In diesen Versen können wir die "Vorab-Legitimation" der Inspiration des NT durch Jesus Christus sehen. "Erinnern", "leiten", "lehren" und schließlich auch "was zukünftig ist, verkündigen" spiegelt das NT in seinen Teilen Evangelien, Apostelgeschichte, Briefe und Offenbarung wider.

Als der Auferstandene hat Jesus Christus Sein Wort zur Grundlage christlicher Lehre gemacht.

Mt 28,20 "und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."

 

(2) das Zeugnis der Apostel über das NT

Wir haben das Zeugnis der Apostel in bezug auf das AT betrachtet und festgestellt, daß sie sich zur vollen Inspiration der alttestamentlichen Schriften bekannten. Wie aber verhalten sie sich gegenüber den Evangelien bzw. den anderen Schriften des NT?

Paulus, der so eindeutig zur Inspiration des AT steht, stellt das Evangelium des Lukas mit den AT-Schriften auf eine Stufe, indem er schreibt:

1.Tim 5,18 "Denn die Schrift sagt: 'Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden'; und: 'Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert'."

Das erste angeführte Zitat ist aus 5.Mose 25,4 entnommen, während das zweite Zitat aus Lk 10,7 stammt.

Petrus bekennt die Autorität der Briefe des Apostel Paulus:

2.Petr 3,16 "Davon redet er (Paulus, s. V.15) in allen Briefen, in denen einige Dinge schwer zu verstehen sind, welche die Unwissenden und Leichtfertigen verdrehen, wie auch die anderen Schriften, zu ihrer eigenen Verdammnis."

Diese Gleichstellung gilt nicht nur Paulus, sondern auch den anderen Aposteln, also auch Petrus selbst:

2.Petr 3,2 "daß ihr gedenkt an die Worte, die zuvor gesagt sind von den heiligen Propheten, und an das Gebot des Herrn und Heilands, das verkündet ist durch eure Apostel."
1.Petr 1,25 "aber des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit'. Das ist aber das Wort, welches unter euch verkündigt ist."

An der Person des Apostel Paulus entzünden sich immer wieder Fragen. Er gehörte ursprünglich nicht zu den 12 Aposteln, die unser Herr berief, als Er auf Erden lebte. Kann er trotzdem die Autorität eines Apostels beanspruchen? Handelt es sich in seinen Briefen um Gottes direktes Wort oder nur um die Werke eines geisterfüllten Menschen? Bei dem Ausmaß und der Bedeutung, die den Briefen des Paulus im NT zukommt, ist dies eine außerordentlich wichtige Frage.

Es fällt uns auf, mit welchem Eifer Paulus sein Apostelamt verteidigt. Er beruft sich auf die Berufung Gottes, Gottes Willen zu erkennen, Jesus Christus zu sehen und zu hören, und Zeuge vor allen Menschen zu sein (Apg 22,14-15). Aufgrund dieser Berufung nennt er sich in seinen Briefen mit dem Titel göttlicher Autorität: Apostel Jesu Christi! (s. Grußformel der Briefe: 1,1)

2.Kor 11,5 "Ich meine doch, ich sei nicht weniger als die Überapostel."

Jedoch fügt er auch hinzu:

1.Kor 15,8-10 "Zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin."

Die anderen Apostel anerkannten Paulus als den Apostel der Heiden:

Gal 2,7 "Im Gegenteil, da sie sahen, daß mir anvertraut war das Evangelium an die Heiden so wie Petrus das Evangelium an die Juden"

So kann er mit vollem Recht von "uns Aposteln" sprechen (1.Kor 4 ,9).

Paulus bezeugt, daß seine Lehre auf göttlicher Offenbarung gründet:

1.Kor 15,3 "Denn als erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe:..."
Gal 1,11-12 "Denn ich tue euch kund, liebe Brüder, daß das Evangelium, das von mir gepredigt ist, nicht von menschlicher Art ist. Denn ich habe es nicht von einem Menschen empfangen oder gelernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi."
Eph 3,3 "Durch Offenbarung ist mir das Geheimnis kundgemacht worden, wie ich eben aufs kürzeste geschrieben habe."

 

Wir fassen zusammen: Das NT steht gleichberechtigt neben dem AT. In beiden Teilen der Heiligen Schrift offenbart sich Gott der Menschheit. Die Bibel tritt mit dem Anspruch an uns heran, Gottes Wort zu sein.

Röm 16,25-26 "Dem aber, der euch stärken kann gemäß meinem Evangelium und der Predigt von Jesus Christus, durch die das Geheimnis offenbart ist, das seit ewigen Zeiten verschwiegen war, nun aber offenbart und kundgemacht ist durch die Schriften der Propheten nach dem Befehl des ewigen Gottes, den Gehorsam des Glaubens aufzurichten unter allen Heiden:"

 

5. Die Unfehlbarkeit der Bibel

a) Ableitung

Wir glauben an die Unfehlbarkeit der Bibel. Aber worauf stützt sich dieser Glaube?

Tit 1,2 "in der Hoffnung auf das ewige Leben, das Gott, der nicht lügt, verheißen hat vor den Zeiten der Welt;"
Röm 3,4 "Das sei ferne! Es bleibt vielmehr so: Gott ist wahrhaftig und alle Menschen sind Lügner; wie geschrieben steht: 'Damit du recht behälst in deinen Worten und siegst, wenn man mit dir rechtet.'"
Hebr 6,18 "So sollten wir durch zwei Zusagen, die nicht wanken - denn es ist unmöglich, daß Gott lügt - einen starken Trost haben, die wir unsere Zuflucht dazu genommen haben, festzuhalten an der angebotenen Hoffnung."

Gleichzeitig wissen wir von der Allwissenheit des Schöpfers und Erhalters dieses Universums. Es ist unmöglich, daß Gott, der alle Dinge weiß und niemals lügt, sich widerspricht oder irrt!

Im Jahre 1977 bildete sich das International Council on Biblical Inerrancy (ICBI) (der Internationale Rat für Biblische Irrtumslosigkeit). Auf einer Konferenz dieser Organisation bibeltreuer Pastoren, Professoren und Laien, wurde am 26. Oktober 1978 die Chicagoer Erklärung über die Irrtumslosigkeit der Bibel verabschiedet. Nach einem Vorwort und einer kurzen Darlegung folgen 19 Artikel mit anschließender Erläuterung. Das Studium dieser Erklärung kann sehr hilfreich sein.

 

b) Einwände

Gegen eine völlige Wortinspiration werden natürlich Einwände erhoben. Es leuchtet ein, daß Satan nichts unversucht läßt, dem Menschen Zweifel an der göttlichen Offenbarung und damit am einzigen Weg zur Gemeinschaft mit Gott zu erwecken.

Diese Zweifel kommen nicht aus dem Wort Gottes, sondern aus unserem Herzen. Wann immer wir mit einem Menschen sprechen, der zweifelt, wollen wir uns vor einer rein "intellektuellen" Diskussion hüten. Es geht nicht um den Verstand, sondern um sein Herz!

Satan benutzt verschiedene Motivationen, aus denen er Einwände, aber auch bewußten Widerstand in den Herzen der Menschen entspringen läßt:

Kein noch so engagierter Bibelkritiker blieb - aber Gottes Wort bleibt in Ewigkeit!

 

c) Hilfestellung

Oft werden wir auf angebliche Widersprüche oder Fehler in der Bibel hingewiesen. Für manchen Ungläubigen sind dies willkommene Entschuldigungen, sich nicht mit der Bibel beschäftigen zu müssen. Wir merken bei genauerem Befragen, daß sich der Betreffende mit den Stellen gar nicht auseinandergesetzt, sondern solche Aussagen nur übernommen hat. Wir sind nicht zu Verteidigern, sondern zu Zeugen und Verkündigern berufen (1.Tim 6,3-5; 2.Tim 2,23)

1.Kor 2,14 "Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muß geistlich beurteilt werden."

Wir müssen es uns schon gefallen lassen, wenn wir von unseren ungläubigen Zeitgenossen verspottet und verlacht werden.

Doch auch wir stoßen im Bibelstudium auf schwer oder scheinbar nicht verständliche Verse oder Zusammenhänge. Wir sprechen von scheinbaren Widersprüchen. Wie gehen wir mit ihnen um? Woher kommen sie?

Mt 22,29-31 ".... Ihr irrt, weil ihr weder die Schrift kennt noch die Kraft Gottes." (vgl. auch Mt 19,4; 21,45)

Viele Stellen, die für uns Problemstellen waren, klärten sich in dem Maße, wie wir Gottes Wort näher und besser kennenlernten. Manche von denen, die uns noch heute schwierig erscheinen, werden uns noch einleuchten - spätestens in der Ewigkeit!

Hierzu zählen wir auch "Probleme", die durch die verschiedenen Heilszeiten in der Offenbarung Gottes oder synoptische Vergleiche "entstehen".

1.Kor 13,9+12 "Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. [...] Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, ..."

 

Am Schluß dieses Abschnittes wollen wir uns vergegenwärtigen, daß Einwände gegen die Bibel nicht erst eine Erfindung unserer Zeit sind. Wir lesen, was der Heilige Geist durch den Apostel Paulus zu sagen hat:

1.Tim 6,3-5 "Wenn jemand anders lehrt und bleibt nicht bei den heilsamen Worten unseres Herrn Jesus Christus und bei der Lehre, die dem Glauben gemäß ist, der ist aufgeblasen und weiß nichts, sondern hat die Seuche der Fragen und Wortgefechte. Daraus entspringen Neid, Hader, Lästerung, böser Argwohn, Schulgezänk solcher Menschen, die zerrüttete Sinne haben und der Wahrheit beraubt sind, die meinen, Frömmigkeit sei ein Gewerbe."
1.Tim 6,20 "O Timotheus! Bewahre, was dir anvertraut ist, und meide das ungeistliche lose Geschwätz und das Gezänk der fälschlich so genannten Erkenntnis,"
2.Tim 2,14+23 "Daran erinnere sie und ermahne sie anständig vor Gott, daß sie nicht um Worte streiten, was zu nichts nütze ist, als die zu verwirren, die zuhören. [...] Aber die törichten und unnützen Fragen weise zurück; denn du weißt, daß sie nur Streit erzeugen."

 

6. Die Autorität der Bibel

Von der Autorität der Bibel zu reden heißt, von den Folgen zu reden, die die Inspiration und die damit verbundene Unfehlbarkeit der Bibel mit sich bringt. Sie ist göttlich inspiriert, deshalb ist sie Autorität. Sie ist nicht nur eine Autorität, sondern sie ist die Autorität.

Diese Autorität erstreckt sich auf alle Bereiche. Es wird gerne behauptet, daß die Bibel doch kein wissenschaftliches Buch sei, sondern nur in religiösen Fragen autoritativ. Aber wir haben gesehen, daß es keinerlei Irrtum oder Fehler in der Heiligen Schrift geben kann. Das bedeutet, wenn die Bibel Wissenschaftsgebiete wie z.B. Geschichte, Ethnologie, Geographie, Geologie, Biologie usw. berührt, dann sind diese Aussagen zuverlässig. Wahre Wissenschaft wird der Bibel niemals widersprechen, sondern voll Bewunderung feststellen, daß ihre Forschungsergebnisse von der Bibel bestätigt und damit als richtig anerkannt werden. Wo diese Übereinstimmung fehlt, ist der "Wissenschaft" ein Fehler unterlaufen.

Wir wollen aber beachten, daß die Bibel ihre Autorität niemals von solchen Zeugnissen erhält, sondern aus der bezeugten Tatsache, daß sie göttlich inspiriert ist.

Bettex, selbst Naturwissenschaftler, meint in seinem Buch "Die Bibel - Gottes Wort" S. 227-228:

"Was ist von den speziellen historischen, geographischen und archäologischen Forschungen in bezug auf die Bibel zu halten? - Nicht viel. - Gott hat in seiner Weisheit 1800 Jahre lang die Christenheit in Unkenntnis der Geschichte von Altägypten, Assyrien und Babylonien, der Keilschrift und der Tontafeln von Tel Amarna gelassen, und doch hatte sie an ihrer Bibel genug zum Seligwerden. Der Christ glaubt nicht an Gottes Wort, weil die Babylonier ähnliches von der Schöpfung und von der Sintflut erzählen. Er glaubt aus höheren, aus inneren, nicht äußeren Gründen und bedarf solcher Beweise nicht. Doch freut es ihn, daß Gott immer mehr solcher den Zweifelnden und Sch wachgläubigen zur Stärkung schenkt."

Calvin drückt die unbedingte Autorität der Bibel im Bekenntnis von La Rochelle wie folgt aus:

"Wir glauben, daß das in diesen Büchern (der Bibel) enthaltene Wort von Gott ausgegangen ist, von dem allein es seine Autorität herleitet. Da dieses Wort die Norm aller Wahrheit ist und alles betrifft, was für unseren Dienst vor Gott und für unser Heil notwendig ist, ist es den Menschen und sogar den Engeln nicht gestattet, daran etwas hinzuzufügen, abzustreichen oder zu ändern. Woraus hervorgeht, daß weder Überlieferung noch Brauchtum noch Meinung der Menge noch Menschenweisheit noch Urteile noch Beschlüsse von Konzilien noch Visionen noch Orakel dieser Heiligen Schrift entgegenstehen dürfen - sondern im Gegenteil: Alle Dinge müssen aufgrund von ihr geprüft, geregelt und reformiert werden."