III. Kapitel: Gebrauch der Bibel

Der Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. kehrte auf seiner ersten Reise durch Ostpreußen in einer Poststation ein und bemerkte auf dem Schreibtisch ein Neues Testament. Auf die Frage des Königs, ob er auch fleißig darin lese, antwortete der Posthalter: 'Majestät, alle Tage!' 'Wo lesen sie denn jetzt gerade?' 'In der Mitte von St. Matthäi'. Als der Postmeister hinausgegangen war, legte der König heimlich einige Banknoten zwischen die letzten Blätter des Matthäus-Evangeliums. - Auf der Rückreise kehrte er wieder ein und fragte den Posthalter, wie weit er mit dem Lesen des Neuen Testaments gekommen sei. 'Bis zum Lukas-Evangelium'. - 'Reichen Sie mir bitte einmal das Buch!' - Da lagen die Banknoten noch an derselben Stelle, wohin der König sie gelegt hatte. Er nahm sie heraus und schenkte sie den Armen des Städtchens." (aus einem Traktat)

Wir sagten bereits, daß die Bibel ein Bestseller ohne Leser ist. Einer der Gründe für diese traurige Tatsache ist hierzulande das Fernsehen. Statt ein Buch in die Hand zu nehmen, setzt sich der Durchschnittsbürger lieber vor das Fernsehgerät. Aus der Übung geraten, verliert er bald Interesse an Literatur und schaut nur um so öfter fern. Am Ende dieser Spirale stehen nicht selten zerrissene Familien, seelisch und körperlich geschädigte Kinder und Jugendliche, urteilsunfähige Erwachsene und vereinsamte Menschen.

Ein leichter Rückgang des Fernsehkonsums, ein vergrößertes Freizeitangebot, neu in Mode gekommene Bildungsideale sowie eine auf Hochtouren laufende Werbekampagne der Verlage und Buchhändler ließen diesen Trend zum Fernsehbürger langsamer werden. Heute tobt der Kampf härter denn je zuvor: Video und KabelTV auf der einen Seite und Bücher auf der anderen.

In einer Zeit,

unsere Bibel kennenlernen und andere anleiten, sie zu lesen und zu studieren.

Wir wollen in diesem Kapitel einmal die praktische Seite des Bibelstudiums beleuchten - der Frage nachgehen: "Wie macht man das?"

 

1. Allgemeine Ratschläge - keine Vorschriften!

 

2. Anmerkungen in der Bibel

Anmerkungen sollen Hilfe und Wegweiser sein. Jeder muß seinen eigenen Weg, sein eigenes System finden. Folgende Ratschläge können mit einem Treppengeländer verglichen werden, das man, je nach Bedarf, benutzt.

 

a) Unterstreichen

Durch die ganze Bibel ziehen sich zwei Linien: eine göttliche und eine teuflische Linie. Der Mensch folgt entweder der einen oder der anderen. Deshalb bieten sich

zwei Farben

für diese zwei Linien an. Vor allem im persönlichen Bibelstudium werden wir diese Linien erarbeiten.

Beispiele:

 

Im Bibelstudium geht es aber auch um Sachfragen. So studieren wir z.B.: Namen von Personen, Völkern, Orten usw.; Begriffe, Zahlen, wiederholt vorkommende Wörter, Themen usw. Hier bieten sich

verschiedene Farben

an, die in jedem Buch der Bibel unterschiedliche Bedeutung haben können.

Beispiele:

 

b) Zeichen / Symbole

Zwischen Versen, Begriffen, Namen, Wiederholungen, usw. können Verbindungslinien gezogen werden.

Für Themen können Symbole an den Rand gemalt werden, z.B. um auf AT-Typen auf Christus hin oder auf die Dreieinigkeit hinzuweisen. Sehr bewährt hat sich dieses System beim Studium der AT-Prophetie (z.B.: Tausendjähriges Reich)

In den einzelnen Büchern wird der Schlüsselvers besonders markiert. Dies ist unter Umständen auch möglich für Studien über Personen, Geschichten oder sonstige biblische Abschnitte.

In den Synoptikern hat sich das Hervorheben des Sondergutes bewährt (je nach Bibelausgabe!)

Beispiele:

 

c) Parallelstellen

Tragen Sie möglichst viele Parallelstellen ein. Schon vorhandene, die bedeutsam sind, sollten unterstrichen werden. Achten Sie darauf, Parallelstellen immer an beiden Orten einzutragen.

Die Auslegung der Bibel durch die Bibel kann durch nichts Besseres ersetzt oder überboten werden.

 

d) Bemerkungen

Rund um den gedruckten Bibeltext können

notiert werden. Für die Predigtvorbereitung ist dies eine enorme Hilfestellung.

 

e) Zusätzliche Blätter

Auf Bibeldünndruckpapier (oder auch Luftpostpapier), das sorgfältig geschnitten und eingeklebt wurde, können

direkt in der Bibel aufbewahrt werden.

Dieser Abschnitt über Anmerkungen ließe sich noch beliebig ergänzen.

 

TIPS:

 

3. Bibelstudium

Die Bibel kann auf die unterschiedlichste Weise studiert werden. So kann man ein ganzes Buch im Überblick erfassen und versuchen, Gottes Plan darin zu entdecken; oder man beschäftigt sich mit einem einzelnen Vers, indem man ihn sorgfältig zergliedert und der Bedeutung der einzelnen Wörter nachgeht. Zwischen diesen beiden Ansätzen stehen die anderen: Betrachtung eines Abschnittes, eines Themas oder auch eines Lebensbildes.

Es ist eine traurige Tatsache, daß heute das Studium eines Buches vernachlässigt wird. Wir vergessen dabei, daß wir gerade so ein tieferes geistliches Verständnis gewinnen können. Beschäftigen wir uns ausschließlich mit einzelnen Versen der Bibel, so geht uns die Übersicht und der Durchblick verloren. Einblick in den Plan Gottes, sowie rechtes Verständnis einzelner Stellen sind nur durch einen Gesamtüberblick möglich!

 

a) Studium eines Buches

Ziel des Buchstudiums ist, einen Gesamtüberblick über das Buch geben zu können und einzelne Abschnitte des Buches in den roten Faden oder den Rahmen des Buches einordnen zu können. Hierzu ist es unbedingt notwendig, das gesamte Buch mehrmals aufmerksam durchzulesen!

Methodisch können wir dann folgendermaßen vorgehen:

 

(1) allgemeine Informationen

Unter diesem Punkt tragen wir viele Kleinigkeiten zusammen, die uns helfen sollen, das Buch in einen größeren geschichtlichen Zusammenhang zu stellen:

 

(2) Inhalt

Wir versuchen nun, den Inhalt des Buches zu erfassen. Es hat sich als hilfreich erwiesen, zu den einzelnen Abschnitten und Kapiteln Überschriften zu formulieren, die deren Inhalt zusammenfassen. Schreiben wir sie untereinander, bekommen wir einen Eindruck von dem Gesamtinhalt des Buches, von seinem Thema.

Oftmals ist es auch eine Hilfe, wiederholten Wörtern oder Ausdrücken, die immer wieder im Buch erscheinen, nachzugehen. So kann sich ein (Buch-)Thema auch als roter Faden durch unterschiedliche Abschnitte hindurchziehen.

 

(3) Botschaft

Haben wir uns den Inhalt eines Buches erarbeitet und wissen um die allgemeinen Informationen zum Buch, Verfasser und Empfänger, so interessiert uns nun die Botschaft des Buches.

In den meisten Büchern läßt sich die zentrale Botschaft in einem Vers ausdrücken. Wir nennen diesen Vers dann Schlüsselvers. Ähnlich einem Schlüssel, öffnet er uns den Zugang zu der Botschaft eines Buches und faßt sie in kurzer Form zusammen.

Die Botschaft eines Buches sollte immer so formuliert werden, wie sie in die damalige Zeit hineingegeben wurde und daß uns deutlich wird, was sie mit unserem persönlichen Leben, unserer nächsten Umgebung, unserem Dienst oder auch unserer Zeit, in der wir leben, zu tun hat. Es geht uns also um die konkrete Anwendung auf unser Leben.

 

b) Studium eines Kapitels oder eines Abschnittes

siehe die "Homiletik" - Notizen!

 

c) Studium eines Verses oder eines Begriffes

siehe die "Homiletik" - Notizen!

 

d) Studium eines Lebensbildes

Die Bibel bietet uns eine Fülle von Lebensbildern.

Einige Personen sind ausführlich beschrieben, so z.B. Abraham, David oder Petrus. Andere werden hingegen nur kurz geschildert, wie Lot, Jonathan oder Andreas.

Auch bei den Lebensbildern gilt, daß wir es mit dem inspirierten Wort Gottes zu tun haben. Hier liegen nicht mehr oder weniger subjektiv gefärbte Biographien vor, sondern Gottes ewiges, zuverlässiges Wort. Die Beschreibungen der einzelnen Personen zeigen uns ein wahres Bild von dem Betreffenden. Sie beschönigen nichts und nennen auch die Fehler und Versagen eines Glaubenshelden beim Namen.

Darüberhinaus bekommen wir von Gottes Seite auch Auskunft über das Verhältnis dieser Menschen zu Gott. Wir können also Personen auf der sichtbaren Ebene (das Leben vor und mit anderen Menschen) und auf der unsichtbaren (das Leben vor und mit Gott) betrachten.

Methodisch können wir folgendermaßen vorgehen:

 

(1) Materialsichtung

Hier ist zunächst einmal wichtig, alle Bibelstellen, die von einer Person sprechen, aufzusuchen und zu lesen (wie schon beim Buchstudium sollten auch diesmal die Texte mehrmals gelesen werden!). Von großer Hilfe können das Parallelstellenregister oder eine Konkordanz sein, da manche Personen des AT auch im NT erwähnt sind.

Bei einigen Namen ist es wichtig, verschiedene Personen gleichen Namens zu unterscheiden (z.B.: Herodes, Jakobus). Als Hilfe kann uns ein Bibellexikon dienen.

 

(2) Materialsammlung

Wichtige Stellen sollten nun in Form von Stich- oder Kurzsätzen notiert werden. Wir erhalten auf diese Weise eine vollständige Sammlung zentraler Verse zu einer Person. Notieren Sie immer die Fundstellen am Rand, so daß Sie den biblischen Beleg sofort finden können.

 

(3) Materialordnung

Die notierten Stellen werden nun geordnet. Wir können so Veränderungen im Aufenthaltsort, Charakter einer Person oder auch die Chronologie der Ereignisse darstellen. Wir bleiben jedoch nicht bei einer Betrachtung der sichtbaren Ebene stehen, sondern fragen uns nach den Abläufen auf der unsichtbaren Ebene. Was ist das Ziel Gottes mit dieser Person? Welche Schritte geht Er mit ihr, um Sein Ziel zu erreichen. Hier geht es um die Frage nach der Pädagogik in der Schule Gottes. Dieses Ziel ist gleichzeitig der Schlüssel zum Verständnis des Lebensbildes.

Joseph 1.Mose 50,20
Paulus Apg 9,15; 26,16-18
Jesus Christus Mk 10,45; Lk 19,10

 

Achten Sie dabei auf die positiven Charaktereigenschaften, Umwelteinflüsse und Gelegenheiten, die es der Person leichter machten, Gottes Plan und Ziel mit seinem Leben zu erreichen. Berücksichtigen Sie aber auch die negative Seite, die Hindernisse, die ihm Satan durch andere oder durch sein eigenes Wesen in den Weg legte.

Bleibt noch zu erwähnen, daß viele Lebensbilder in der Bibel schattenhaft auf Christus hinweisen.

Beispiele:

 

TIP:

 

(4) Anwendung

Nun erstellen wir die Anwendung für uns und erst dann auch für unsere Zuhörer. Erst nachdem wir die zentrale Botschaft des Lebensbildes gefunden haben, kommt die eigentliche Ausarbeitung der Anwendung. Wir bauen auf und um diese Botschaft unsere Ausarbeitung.

 

4. Stille Zeit

In unserem natürlichen Leben gibt es tägliche Gewohnheiten. Von ihnen hängt auch weitgehend unser äußeres Wohlbefinden ab. So wirken wir auf unsere Umwelt gepflegt oder verwahrlost.

Genauso kennt auch unser geistliches Leben tägliche Gewohnheiten. Es gibt auch hier "Verpflegung", "Arbeit" und "Hygiene", allerdings des inneren Menschen! Die Bibel greift sogar dieses Beispiel auf, um zu veranschaulichen, wie unser geistliches Leben Wachstum erfahren kann.

Mt 4,4 "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das aus dem Mund Gottes geht."

Eine "geistliche Hauptmahlzeit" ist unsere "Stille Zeit". Sie ist das Rückgrat unseres geistlichen Lebens. Hier ist die Erklärung für ein kraftvolles, gesegnetes oder für ein schwaches, gelähmtes christliches Leben zu finden. Was bedeutet Ihnen die Stille Zeit?

Lust oder Last? Not oder Freude?

In 2.Mose 16 finden wir ein wunderbares Bild für die tägliche Stille Zeit. Diese Speisung Israels mit Manna ist ein Vorbild auf unsere geistliche Speise, wie Joh 6,48-51 und 1.Kor 10,3 deutlich machen:

 

a) Bedeutung

Was heißt "Stille Zeit"? Nun, die Erklärung ist ganz einfach: eine Zeit der Stille!

"Zeit haben" ist ein schwieriges Problem. Wir müssen uns für die Stille Zeit "Zeit nehmen"! Noch größer wird unser Problem, wenn wir versuchen, in unserer hektischen Zeit still zu werden. Wir brauchen Stille, wenn wir hören wollen und sollen, was Gott uns zu sagen hat.

Hab 2,20 "Aber der Herr ist in seinem heiligen Tempel. Es sei vor ihm stille alle Welt!"

Der Vers aus Mk 4,39 kann uns im Kampf um die innere Stille Hilfe geben!

 

b) Zeitpunkt

Wann machen wir Stille Zeit? Unsere Lebensgewohnheiten und festgefügten Tagesabläufe verführen uns oft dazu, der Stillen Zeit nur Randzeiten einzuräumen. Auch hier kann uns 2.Mose 16,6-7 Wegweisung geben. Der Morgen dient der Anbetung, der Begegnung mit der Herrlichkeit des Herrn. Am Morgen "sammeln" wir (2.Mose 16,21), wenn der Tag noch jung ist und die Arbeit noch vor uns liegt.

Jes 50,4-5 "Alle Morgen weckt er mir das Ohr, daß ich höre, wie Jünger hören. Gott der Herr hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück."

Am Abend werden wir ermutigt, auf die Führungen Gottes zurückzublicken und Ihm zu danken. Wenn Gottes Wort (d.h. Sein Wille) uns nur am Abend begegnet, schauen wir auf einen schon gelebten Tag zurück, an dem wir nichts mehr ändern können. Am Morgen hingegen liegt der Tag noch vor uns, und wir können aus Gottes Wort Wegweisung für den Tag empfangen.

 

c) Ort

Machen wir unsere Stille Zeit im Bett, dann kann es zuzeiten ganz "stille" werden! Wir sollten an einen Ort gehen (2.Mose 16,4), an dem wir vor Gott stille sein können. Unser Herr Jesus ging in die Wüste (Lk 5,16), auf einen Berg (Mt 14,23) oder in einen Garten (Joh 18,1).

Mt 6,6 "Wenn Du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließe die Tür zu und bete zu Deinem Vater,..."

Gut ist es, wenn unsere Umgebung (Familie, Kinder, ...) weiß, daß wir gerade Audienz beim König aller Könige haben und deshalb nicht gestört werden dürfen.

 

d) Zeitdauer

Wie lange ich Stille Zeit mache, wird in erster Linie von meiner Liebe zum Herrn bestimmt. Er bietet uns die "Fülle" an (2.Mose 16,8). Wir dürfen essen, bis wir satt" sind (2.Mose 16,12). Prinzipiell darf gelten:

2.Mose 16,4 "..., und das Volk soll hinausgehen und täglich sammeln, was es für den Tag bedarf, ..."

 

e) äußere Haltung

Welche äußere Haltung nehmen wir für die Stille Zeit ein? Wir wollen kein Gesetz aufstellen, aber weisen zeugnishaft auf folgende Stellen hin:

Lk 22,41 der Herr Jesus kniete
Dan 6,11 Daniel kniete
Apg 9,40 Petrus kniete
Eph 3,14 Paulus kniete
Phil 2,10 alle Knie werden sich beugen

 

f) innere Haltung

1.Mose 32,27 "Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!"
1.Sam 16,7 "..., der Herr aber sieht das Herz an."
Joh 4, 24 "..., und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten."
1.Petr 5,5 "...;denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade."

Wenn ich Radio hören möchte, so muß ich auf "Empfang" gehen (oftmals ist dann ein schärferes "Nachstellen" notwendig!). Auch beim "geistlichen Hören" muß die "Antenne" ausgefahren werden (1.Kor 2,10 und 1.Joh 5,20). Der Psalmist sagt dazu:

Ps 119,18 "Öffne mir die Augen, daß ich sehe die Wunder an deinem Gesetz."

Die Bibel lesen wir:

Das Ziel und der Hauptzweck unserer Stillen Zeit ist, Gottes Willen in meinem Leben Gestalt annehmen zu lassen.

 

g) Text

Was lesen wir in der Stillen Zeit? In erster Linie natürlich die Bibel. Hilfreich ist dann oftmals noch eine gute, also nicht verwässerte Erklärung. Wir achten darauf, das Wort Gottes und nicht nur etwas über das Wort Gottes zu lesen!

Joh 5,24 "Wer mein Wort hört..."

Es ist ratsam, die Bibel nach einem bestimmten Plan, entweder einem selbsterstellten oder einem vorgegebenen, zu lesen. Auf diese Weise kommen wir durch die ganze Bibel und sind nicht so sehr versucht nur eine "Auswahl-Lese" vorzunehmen.

 

h) Gebet

Unsere Stille Zeit kann mit einem Telefongespräch verglichen werden. Im Wort redet der Herr zu uns, und im Gebet dürfen wir mit Ihm reden! Dies geschieht abwechslungsweise. Wir lesen betend, d.h. fragend und antwortend. Dieses Zwiegespräch ist unsere eigentliche Stille Zeit.

Erst dann folgt die Gebetszeit. Unser Gebet ist gegründet auf dem Fundament des Wortes, das wir gerade gelesen haben. Anbetung des Herrn und ein "Sich-unter-das-Wort-stellen" leiten eine Fürbitte für uns und andere ein, auf der die Verheißung der Erhörung ruht.

 

i) Auswirkung

Was geschieht nun mit dem Segen, der uns in der Stillen Zeit geschenkt worden ist? Nun, zuerst wollen wir das Gelesene ausleben, es dann aber auch anderen weitersagen.

Mt 10,8 "Umsonst habt ihr's empfangen, umsonst gebt es auch."

 

j) Hilfen

Lesepläne erziehen durch ihr tägliches Hinweisen zu einem regelmäßigen Bibellesen. Zusätzlich verhelfen manche zu einem besseren Verständnis des gelesenen Textes. Bibellesehilfen gibt es für alle Altersstufen. Den unterschiedlichen Altersstufen angepaßt sind z. B. die Bibellesepläne des Bibellese- bundes (Postfach 1129, 51709 Marienheide). Sie bieten zu den angegebenen Texten Anregungen und Verständnishilfen.

Einem anderen Konzept folgen die "Tagebücher zur Stillen Zeit", die von Wort des Lebens (Postfach 60, 82328 Berg) vertrieben werden. Hilfreich besonders für Jugendliche, wollen sie selbständiges Nachdenken über den Text fördern.

Wir können diesen Abschnitt über die Stille Zeit auch so zusammenfassen:

Wollen wir ein fruchtbares Christenleben führen, so brauchen wir täglich

 

5. Auswendiglernen von Bibelversen

Unter dieser Überschrift finden wir wohl das größte Versäumnis der Kinder Gottes. Werden wir auf das Vernachlässigen des Auswendiglernens angesprochen, haben wir eine ganze Reihe von Entschuldigungen vorzubringen:

 

a) Motivation

Ein Hauptgrund für mangelndes Interesse am Auswendiglernen von Bibelversen ist mangelnde Einsicht in die Notwendigkeit dieser Praxis.

- Gott hat es befohlen!

5.Mose 6,6-7 "Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen ..."

 

Spr 7,1+3 "Mein Sohn, behalte meine Rede und verwahre meine Gebote bei dir. ... Binde sie an deine Finger, schreibe sie auf die Tafel deines Herzens."

 

- Gott segnet das auswendig gelernte Wort!

Offb 1,3 "Selig ist, der das liest und die da hören die Worte der Weissagung und behalten, was darin geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe."

 

- Gott segnet unser Gebetsleben!

Joh 15,7 "Wenn ihr in mir bleibt, und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren."

 

- Gott segnet unser Zeugnis!

Bei einem wirkungsvollen Zeugnis müssen wir die Bibel gebrauchen. Gott hat verheißen, Sein und nicht unser Wort zu segnen. Dies ist in den meisten Fällen jedoch nur möglich, wenn wir die Verse auswendig zur Verfügung haben.

Jes 55,11 "... so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende."

 

- Gott segnet uns im Kampf gegen die Sünde!

Ps 119,11 "Ich behalte dein Wort in meinem Herzen, damit ich nicht wider dich sündige."

 

- Gottes Wort begleitet uns den ganzen Tag!

Ps 1,2 "... sondern hat Lust am Gesetz des Herrn, und sinnt über seinem Gesetz nach, Tag und Nacht!"
Ps 40,9 "Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern, und dein Gesetz habe ich in meinem Herzen."

 

- Gottes Sohn ist unser Vorbild!

Obwohl Er selbst "das Wort" ist, sagt Er doch:

Mt 4,44+7+10 "Es steht geschrieben:..."

Unser Herz gleicht einer Quelle. "Was drin ist, kommt raus" (Mk 7,20-23).

Mt 12,35 "Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens;..."

Darum muß unser Herz ge- und erfüllt sein mit dem Wort Gottes.

 

b) Methodik

Das Geheimnis des Auswendiglernens liegt in der Wiederholung! Dabei sollten die Bibelverse nach Möglichkeit aus der eigenen Bibel auswendig gelernt werden. Später wird man den Vers viel leichter wiederfinden; außerdem läßt sich so auch die Stelle leichter lernen. Schließlich kommt hinzu, daß man den Vers mehr im Textzusammenhang sieht. Zum Wiederholen eignen sich kleine Kärtchen. Sie können stets mitgenommen werden, um auch Wartezeiten sinnvoll auszunutzen.

Das Lernen wird manchmal erleichtert, wenn wir dabei gehen. - Folgendes Schema kann für ein effektives Auswendiglernen hilfreich sein:

 

6. Weitere Hilfen

a) Bibelkassetten

Obwohl in der Anschaffung nicht ganz billig, eignen sich Bibeltexte auf Kassetten hervorragend für

 

b) Bibelkurse

Es gibt für eine ganze Anzahl Bücher und Themen der Bibel schriftliche Bibelkurse. Auch Fernbibelschulen sind geeignete Hilfen, im autodidaktischen, also selbständigen Bibelstudium voranzukommen.

 

c) Gemeindebibelschulen

Viele Gemeinden haben gute wöchentliche Bibelstudien. Gründliche Vorbereitung und engagierte Teilnahme können für das persönliche Studium eine wertvolle Hilfe sein.

 

d) Bücher

Jeder Gläubige sollte eine kleine Bibliothek guter Kommentare und Auslegungen der biblischen Bücher besitzen. Bitte sie nicht nur im Regal verstauben lassen! Achtung: Die Qualität des geistlichen Lebens hängt von der Lektüre des Wortes Gottes ab, sie kann nicht in "rm" (=Regalmeter) gemessen werden.